
In ihrem
Buch "
Das große Geschäft: Die unaussprechliche Welt menschlicher Ausscheidung und Warum sie wichtig ist" leistet Rose George,
lobt der
Economist kurz, genau das, was der Titel in gewählteren Worten verspricht: die Beschreibung einer Ökonomie, die die Menschen
in die Scheiße reitet. "Die Nebenprodukte der Verdauung sind ein so heikler Gegenstand
der Konversation - von pubertären Scherzen mal abgesehen -, dass die Symptome von
Darmkrebs oft viel zu lange ignoriert werden. Wie Rose George in ihrem faszinierenden und elegant geschriebenen Buch erklärt, gibt es eine Menge über das
Thema Ausscheidung zu sagen, das kein bisschen lustig ist. Zwei Fünftel der Weltbevölkerung können nirgendwo anders defäkieren als auf den Boden. Das macht 2,6 Milliarden Menschen, deren Trinkwasser die eigenen Fäkalien und die der Nachbarn enthält; deren Nahrungsmittel von den Fliegen besiedelt sind, die ihre Eier in menschliche Ausscheidungsprodukte legen. Es macht 2,6 Milliarden Menschen, die
im Dreck leben und sehr oft daran sterben. Dennoch wird dieser Fluch der Armut oft genug übersehen."
In weiteren Artikeln geht es um die in nachwachsenden Generationen offenbar rapide zunehmende
Freude an
papierloser Organisation des Arbeitsalltags und um
Phänomene wie künstliche Knappheit und Oligopolbildung auf dem Feld
wissenschaftlicher Publikationen. Besprochen werden unter anderem
Simon Schamas neues, offenbar eher durchwachsenes
Buch "Die Zukunft Amerikas: Eine Geschichte" (
Website), Edmund Whites "
Rimbaud"-
Biografie (
Verlagswebsite), die
Ausstellung "Picasso und die Meister" und eine große
Emil-Nolde-Schau ("Entdeckung eines expressionistischen Meisters"
freut sich der Kritiker), beide in Paris (Picasso
hier, Nolde
da).
Auf dem Titel saust - physikalisch etwas fragwürdig - ein Globus unter der Überschrift "
Das System Retten" nach unten: Neben der
Titelgeschichte gibt es eine Fülle von Artikeln zur
Finanzkrise, dazu kommt ein "Sonderteil zur Weltwirtschaft" (
hier die komplette Inhaltsübersicht).