
Die Kassen in Großbritannien sind leer, auch die
Ausgaben für Kultur werden massiv gekürzt. Der neue Kulturminister Jeremy Hunt blickt, wie der
Economist berichtet, jetzt hilfesuchend in Richtung Amerika und will den Wohlhabenden auf dem Umweg übers
kulturelle Gewissen in philantropischer Manier ans Portemonnaie: "Amerikaner spenden im Schnitt 37 Pfund im Monat an kulturelle Institutionen; in Großbritannien sind das 6 Pfund... Und die Reichen sind in Großbritannien weit engherziger als die Armen. Drei Fünftel der größten Spender im Land - jene, die mehr als 100 Pfund im Monat geben - haben Einkommen unter 26 000 Pfund im Jahr. In den USA geben die, die mehr als 150 000 Pfund verdienen, mehr als acht Mal so viel wie die entsprechende Gruppe in Großbritannien. Wie aber macht man die Briten großzügiger? Philanthropen sollen
öffentlich belobigt werden, warum nicht mit Auszeichnungen durch die Königin, meinte Hunt; als er im Mai sein Amt übernahm, bestand eine seiner ersten Handlungen darin, persönliche Brief an 200 Spender zu schreiben, in denen er für das Geld dankte und um Unterstützung und Rat bat... Er erklärte, dass gegen
größeren Gruppendruck als Ermunterung auch nichts einzuwenden sei. Und er fügte, damit es auch jeder verstehe, mit Winston Churchill hinzu: 'Unseren Lebensunterhalt verdienen wir mit dem, was wir bekommen. Ein Leben wird daraus aber erst mit dem, was wir geben.'"
Außerdem gibt's ein kleines Dossier zu
Wikileaks, dem der
Economist mit großer Gelassenheit und Nüchternheit begegnet
hier,
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