
In einem Dossier zur Titelgeschichte "Die neuen Mauern des Internets" untersucht der
Economist aktuelle Trends und Tendenzen rund ums
Internet. Es geht dabei unter anderem um die
Hürden für die Konvergenz von Film,
Internet und Fernsehen (als Gewinner dieses Zukunftsmarkts komme dabei vor allem das US-Unternehmen
Netflix in Frage, das nicht mehr nur DVDs per Post verschickt, sondern Filme 'streamt'); um die
Frage der
Netzneutralität beziehungsweise allgemeiner gefasst: die
Balkanisierung des zunächst als Macht der Vereinheitlichung und Verbindung auftretenden Netzes; und - vielleicht am interessantesten - um die ziemlich alptraumhaften
Möglichkeiten, die sich mit Hilfe neuer Techniken der Datenauswertung bieten: "Die Ausweitung des 'Data Mining' auf die sozialen Netzwerke eröffnet ganz neue Horizonte: Die Modellierung sozialer Beziehungen ähnelt der Erstellung eines '
Indexes der Macht', meint der Netzwerkexperte
Stephen Borgatti. In manchen Unternehmen nützen die Chefs automatische Analysen des E-Mail-Verkehr fürs bessere Management. Angestellte, die oft um Rat gefragt werden, könnten, nur zum Beispiel, gute Kandidaten für eine
Beförderung sein... Oder jemand, der sich um einen Kredit bewirbt, könnte ein Risiko oder gar ein Betrüger sein, wenn er ein Geschäft starten will, das keine Verbindung zu seinem sozialen Netzwerk, zu seiner Ausbildung, früheren Unternehmungen oder seiner Reisegeschichte hat - alles Daten, die man anhand der
Kreditkartenabrechnungen ermitteln kann... Manche Versicherungen verlangen inzwischen geringere Gebühren von Banken, die sich solcher Software bedienen."