
Auf den Titel gebracht hat es die
deutsche Wirtschaft. Als Kompliment ist das aber nicht zu begreifen. In gleich drei Artikeln werden
Malaisen diagnostiziert: Die Ökonomie sei derzeit zu
unausgeglichen, vor allem, wenn es darum geht, neue Firmen und damit neue Jobs zu schaffen: "In einer kürzlich durchgeführten Umfrage der Weltbank, wo man am besten eine Firma gründen kann, stand Deutschland an 102. Stelle von 181 Ländern. Start-up-Kapital ist knapper als irgendwo sonst."
Weitere Artikel widmen sich unserer
Exportabhängigkeit und der
Neigung deutscher Vorstände zur
Skandalproduktion. (Um das Maß voll zu machen:
Newsweek behauptete kürzlich, die Deutschen seien
zu technikfeindlich und ruinierten so ihre Chancen, sich in neuen Industrien zu behaupten.)
Die USA haben extrem scharfe Gesetze gegen
Sexualstraftäter - nicht zuletzt eine Art öffentlichen Pranger, der für jedermann einsichtig ist. Der
Economist formuliert entschiedene Zweifel an dieser Praxis: "Insgesamt sind 674.000 Amerikaner in diesen Sexualstraftäter-Registern vermerkt - mehr als die Einwohner von Vermont, North Dakota oder Wyoming.... Laut Human Rights Watch gibt es in mindestens fünf Staaten die Verpflichtung zur Aufnahme ins Register, wenn jemand eine
Prostituierte aufsucht, 29 fordern sie bei einverständigem Geschlechtsverkehr zwischen Minderjährigen und 32 für Exhibitionisten."
Mit sehr viel Zustimmung, als eine Art Summe seiner Werke, wird die neue Studie
"Die Idee der Gerechtigkeit" von Wirtschaftsnobelpreisträger
Amartya Sen besprochen, in der er sich mit den Gerechtigkeitstheorien von
John Rawls auseinandersetzt: "Die praktische Stoßrichtung von Sens Argument ist, dass gerechte Institutionen keineswegs soziale Gerechtigkeit gewährleisten. Man könne überdies soziale Ungerechtigkeiten erkennen, ohne zu wissen, wie eine vollkommen
faire Gesellschaft sich einrichten oder begründen lässt. Die Philosophie von John Rawls ist, wenngleich im Prinzip lobenswert, zu theoretisch und hat politische Philosophen von jenen Übeln der
wirklichen Welt abgelenkt, die sich beseitigen lassen."