
"Ein Gespenst geht um in Europa, das
Gespenst des polnischen Klempners" beginnt der polnisch-schwedische Publizist und Historiker
Maciej Zaremba seinen
Artikel über
Arbeitsmigrationen im heutigen Europa - von den Schweden, die in Norwegen arbeiten, über die Letten und Polen, die in Schweden ihre Arbeitskraft anbieten, bis zu den Ukrainern, die von Polen ungeliebte Jobs übernehmen. "150 Jahre nach dem
'Kommunistischen Manifest'
ist der Arbeiter wieder ein Schreckgespenst. Diesmal schwenkt er nicht die Fahne und will keine Systeme umstürzen - er will
nur arbeiten. Und das ist das Erschreckende daran." Von den schwedischen Gewerkschaftlern, die gegen lettische Konkurrenz protestieren, bis zum britischen Europaminister ("Oh, we love the Polish plumber!") - alle haben sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. "750 Zloty für einen
Kiewer Professor und 40 mal mehr für einen
schwedischen Warenverlader in Norwegen - der Unterschied
hat nichts mit dem Wert der Arbeit zu tun, sondern mit Geschichte, Grenzen und künstlichen Währungskursen". Der Artikel war im November
Teil einer Serie im schwedischen
Dagens Nyheter.
Die polnische Gesellschaft verabschiedet sich langsam vom Mythos der
Homogenität und muss sich mühsam mit der Existenz von Minderheiten anfreunden, so der Tenor eines
Interviews mit der Menschenrechtlerin und Publizistin
Halina Bortnowska. "Einerseits gibt es in der Gesellschaft die Tendenz, die
Vielfalt zu begrüßen, sich Europa und zur Welt zu öffnen. Andererseits sehen viele die Nähe der Welt als
Bedrohung und möchten die Grenzen der eigenen Gemeinschaft dicht machen." Mit der neuen, konservativen Regierung scheinen die Letzteren Oberhand zu gewinnen, was sich als erstes in einem
Demonstrationsverbot für Schwulen ausdrückte.