
Einige der
loyalsten Verbündeten Israels leben im Pazifik,
lernen wir von Pete McKenzie. Das zeigte sich als die Uno angesichts der israelischen Bombardierung Gazas einen Waffenstillstand forderte: "Außer Israel selbst, den Vereinigten Staaten und einigen anderen Mitgliedstaaten wie Ungarn lehnten nur
Fidschi,
Nauru,
Tonga,
die Marshallinseln,
Mikronesien und
Papua-Neuguinea den Vorschlag ab." Tatsächlich glauben viele Bewohner der Inseln, dass sie der "Verlorene Stamm Israels" seien. Einige glauben sogar, die Israelis seien der Verlorene Stamm Fidschis. McKenzie will der Sache auf den Grund gehen. Seine Reportage ist interessant, aber auch etwas herablassend: "Ich hatte erwartet, nur eine bunt zusammengewürfelte Ansammlung von Gaunern und Exzentrikern vorzufinden, wie sie so oft in der abgelegenen Südsee Fuß fassen. Stattdessen fand ich zu meiner Überraschung eine Fabel, die von Gesetzgebern und Premierministern vertreten wird". McKenzie erzählt dann die Geschichte der Entdeckung der Salomon Inseln durch den spanischen Adligen
Álvaro de Mendaña de Neira, der einen Kontinent "
voller Gold und voller Heiden" zu finden hoffte, genauer: "das Land Ophir, aus dem König Salomo der Bibel zufolge seine legendären Reichtümer bezog. Er fand nichts, außer feindselige Einheimische und kehrte zurück. Der Name Salomon blieb jedoch haften und die Missionare, die später kamen, inspirierten weitere Geschichte über das
biblische Erbe. "In der Zwischenzeit geriet die Inselgruppe bei Außenstehenden weitgehend in Vergessenheit - bis zum Zweiten Weltkrieg, als ihre Nähe zu Australien sie strategisch unentbehrlich machte und die japanische Besetzung und die amerikanische Invasion von Guadalcanal, der größten der Salomonen, zur Folge hatte. Als der Krieg zu Ende war, ging die Welt wieder weiter. Doch die Bewohner der Salomonen blieben mit einem ausgeprägten Gefühl für ihre eigene Bedeutung zurück, das sich mit den Erzählungen über ihre ophirische Abstammung deckte: Wenn man den Mythen Glauben schenken durfte, waren sie kein übersehenes Volk am Rande der Welt, sondern
wichtige Akteure in einer jahrtausendealten religiösen Sage. Für viele erwies sich
dieses Gefühl der Zentralität als unwiderstehlich."
Der Dichter,
Essayist und Schmetterlingskundler
Lewis Hyde denkt mit dem
Geologen Charles Lyell und Charles Darwin über das Mysterium der "tiefen Zeit" nach, die in Jahrtausenden und -millionen rechnet. "Die Aussage, dass die Anden
fünfundzwanzig Millionen Jahre brauchten, um sich zu erheben, oder dass der Granit in den kalifornischen Transverse Ranges mehr als sechsundsechzig Millionen Jahre alt ist, impliziert, dass wir
die Zeit im Griff haben, dass wir sie sozusagen domestiziert haben, dass wir sie in das Haus der Wissenschaft geholt haben und sie uns vertraut und nicht fremd geworden ist. Aber weder eine Tabelle mit den Äonen, Epochen und Zeiträumen der Geologie noch eine Infinitesimalrechnung können das Gefühl der Ehrfurcht vor der geologischen Zeit beseitigen. Darwin hat dieses Gefühl, soweit ich sehen kann, nie verloren. In 'Origin' sagt er kurz vor seiner Analyse des
Wealds, dass all diese geologischen Wunder seinen Geist beeindrucken 'wie das vergebliche Bemühen, sich mit der
Idee der Ewigkeit auseinanderzusetzen', und als er mit seinem Experiment der Periodisierung fertig ist, kehrt er sofort zu seinem Gefühl des Staunens zurück: 'Welche unendliche Zahl von Generationen, die der Verstand nicht fassen kann, muss in der langen Rolle der Jahre aufeinander gefolgt sein!' Etwas von dieser
geologischen Ehrfurcht hat sich nun zu meiner kindlichen Begeisterung für Schmetterlinge gesellt. Denn es gibt
fossile Lepidoptera [Schmetterlinge]. In Colorado wurden in der Green River Formation mindestens vier Exemplare aus dem Eozän vor achtundvierzig Millionen Jahren und in der nahe gelegenen Florissant Formation ein Dutzend Arten dreizehn Millionen Jahre später gefunden. Eine solche klar datierte Periodisierung mag leichter zu begreifen sein als 'die Idee der Ewigkeit', aber selbst dann sollte sie das anfängliche Wunder unberührt lassen, dass Schmetterlinge existieren und überleben, ein Beweis dafür, was die Natur aus dem Leben machen kann, wenn sie
die Chance hat, mit blühenden Pflanzen, Sonnenlicht und Luft zu spielen."