Magazinrundschau

Sie behandeln uns wie Augäpfel

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
20.01.2025. In Le Grand Continent erklärt der Politologe Bruno Tertrais die Dialektik der Grenze in Donald Trumps nationalistischem Denken. LRB erinnert an den antimuslimischen Hindu-Nationalisten Savarka, dessen Denken unter Narendra Modi heute wieder en vogue ist, etwa wenn Liebesbeziehungen mit Muslimen als "Liebes-Dschihad" verunglimpft werden. In Ungarn gibt es faktisch keine Literaturkritik mehr, klagt der Schriftsteller Krisztián Grecsó bei HVG. Der New Yorker erklärt, wie Aufmerksamkeitskapitalisten unsere Hirne hacken.

Le Grand Continent (Frankreich), 18.01.2025

Florian Louis und Mathéo Malik führen ein langes Gespräch mit dem Politologen Bruno Tertrais vom Institut Montaigne über Donald Trumps Äußerungen zu Grönland, dem Panama-Kanal und Kanada. Trumps nationalistisches Denken ist ein Denken "in Grenzen", erläutert er. "Im Grunde verkörpert Trump das, was man die nationalistische Dialektik der Grenze nennen könnte, in der sowohl der Wunsch nach Schutz als auch der Wunsch nach Eroberung zu finden sind. Auf der einen Seite die Mauer, auf der anderen die Expansion. Im Süden eine Festung bauen und gleichzeitig versuchen, den Norden zu erobern." Immer, so Tertrais, steht dabei für Trump die Konkurrenz zu China und im geringeren Maße zu Russland im Zentrum. Beim Thema des Panama-Kanals sei die chinesische Präsenz schon seit langem eine Obsession der amerikanischen Rechten. Nicht anders sei es beim Beispiel Grönland: "Grönland wird von Trump als eine Angelegenheit der wirtschaftlichen Sicherheit dargestellt, des 'vitalen' Interesses - das heißt: am Zugang zu seltenen Erden und zukünftigen polaren Handelswegen. Es ist bekannt, dass China, das selbst mit dieser Problematik konfrontiert ist, ebenfalls Interesse an Grönland hat. Aber es ist nicht anders als anderswo. Trumps Diskurs über Grönland und China erinnert an das, was manche in Frankreich in Bezug auf Neukaledonien befürchten, ein Gebiet, das unabhängig werden könnte und dann eine umso leichtere Beute für Peking wäre. Die USA haben ein großes Interesse daran, eine solche Situation nicht entstehen zu lassen."

Tertrais weist in dem Gespräch auf ein anderes "faszinierendes" Interview hin, dass Le Grand Continent aus der Prawda übernommen hat, um zu zeigen, dass Putins revanchistischen Gelüste keineswegs gestillt sind. Mit brutaler Offenheit redet hier Nikolai Patruschew, ein kremlnaher Chefideologe über die Ukraine, über Moldawien und über die baltischen Staaten. Zur Ukraine sagt Patruschew: "Besonders besorgt sind wir darüber, dass die gewaltsame Durchsetzung der Neonazi-Ideologie und einer ungezügelten Russophobie zur Vernichtung ehemals wohlhabender ukrainischer Städte wie Charkiw, Odessa, Nikolajew oder Dnepropetrowsk führt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Ukraine im Laufe des kommenden Jahres schlicht und einfach aufhört zu existieren." Moldawien bedroht Patruschew ganz direkt: "Ich schließe nicht aus, dass die aggressiv antirussische Politik in Chisinau dazu führen könnte, dass Moldawien von einem anderen Staat übernommen wird oder ganz verschwindet." Und bei den baltischen Staten wiederholt er die Rhetorik der bedrohten russischen Minderheiten: "Für uns stehen nach wie vor der Schutz und das Wohlergehen unserer Bürger und Landsleute auf der ganzen Welt auf dem Spiel. Auf internationaler Ebene muss die Diskriminierung der russischen Bevölkerung in einer Reihe von Gebieten, angefangen bei den baltischen Staaten und Moldawien, unbedingt beendet werden."

London Review of Books (UK), 21.01.2025

Raghu Karnad nimmt die Publikation des Buches "Savarkar and the Making of Hindutva" der in Berkeley lehrenden Historikerin Janaki Bakhle zum Anlass, auf Leben und Werk des Dichters und Politikers Savarka zu blicken, der als antikolonialistischer Aktivist zur einer zentralen Figur der modernen indischen Geschichte wurde. Während einer längeren Haftstrafe wandelte er sich jedoch zum antimuslimischen Hindu-Nationalisten und Gegner Ghandis. Nathuram Godse, der Mörder Ghandis, war ein Anhänger Savarkas und auch die aktuelle indische Regierung unter Narendra Modi stilisiert ihn zum Volkshelden. Bakhles Savarkar-Biografie stellt den radikalen Wandel in Savarkas Denken während seiner Haftstrafe ins Zentrum: "In seinem Buch über den Aufstand von 1857, das er in London schrieb, zählte zu Savarkars Helden auch Maulvi Ahmadullah Shah, 'ein Patriot von höchster Exzellenz', dessen Opfer zeigte, dass 'der wahre Gläubige des Islam es als Ehre empfinden wird, seiner Mutter Heimat anzugehören und ein Privileg darin sieht, für sie zu sterben.' Nun jedoch verspottete er jeden, der naiv genug war, sich interkommunale Freundschaft zu wünschen. Gandhi und das Khilafat hatten es 'dieser religionsbesessenen Kobra ermöglicht, ihren Kopf über uns zu erheben und stärker zu werden'. Die angemessene Reaktion bestand für Savarkar in Einheit, Rückbekehrung und Vergeltung seitens der Hindus. Sein einziges Angebot an die indischen Muslime lautete: 'mit uns in Frieden zu leben, uns jedoch zu fürchten.'". Derartige Sätze wurden "zuvor selten auf Englisch gelesen, aber wir haben sie durch Stellvertreter rezipiert - in den Tiraden von Fernsehmoderatoren, Parteisprechern und YouTubern, deren Ziel es ist, jeden Aspekt muslimischer Existenz in Indien zu verunglimpfen und zu kriminalisieren. Ihr Schlagwort dafür ist 'Dschihad'. Ein Muslim, der sich in einen Nicht-Muslim verliebt, betreibt 'Liebes-Dschihad', der Kauf von Grundstücken ist 'Land-Dschihad', das Erkranken an Covid war 'Corona-Dschihad', der Verkauf von Obst 'Obst-Dschihad'. Muslime, die an der Prüfung der Union Public Service Commission teilnehmen, betreiben 'UPSC-Dschihad'. In einer Wahlkampfrede im Mai bezeichnete Modi die Wahl anderer Kandidaten als ihn selbst als 'Wahl-Dschihad'. Diese Tiraden beziehen sich angeblich auf aktuelle Ereignisse, doch sie sind ein Widerhall von Savarkars Stimme - von den großen Themen bis hin zu seinem Sarkasmus und Spott."

New Yorker (USA), 20.01.2025

Kassandrarufe, dass es um unsere Aufmerksamkeitsspannen schlecht bestellt steht, sind nicht neu, meint Daniel Immerwahr, der für den New Yorker unter anderem Chris Hayes' Buch "The Siren's Call" liest. Das Hauptproblem sei heute vor allem "Aufmerksamkeitskapitalismus", lernt er dort. Dieser habe "den gleichen dehumanisierenden Effekt auf die Psyche der Konsumenten wie der industrielle Kapitalismus auf die Körper der Arbeiter. Erfolgreiche Aufmerksamkeitskapitalisten halten unsere Aufmerksamkeit nicht mit spannendem Material, sondern reißen sie wie Spielautomaten immer wieder an sich. Sie behandeln uns wie Augäpfel und nicht wie Individuen, 'sich in unsere Hirne hacken', und uns nach mehr lechzend zurücklassen. 'Unsere Macht über unsere Hirne ist angeknackst worden', schreibt Hayes. 'Die Geschwindigkeit, in der wir diese Veränderung erleben, ist noch höher und intimer als selbst die schärfsten Kritiker erwartet haben.'" Diese Fragmentation von Aufmerksamkeit weist aber in mehr als eine Richtung, fügt Immerjahr hinzu: "Wir geben dem Internet die Schuld an polarisierender Politik und geschredderten Aufmerksamkeitsspannen, aber diese Tendenzen ziehen sich in gegenteilige Richtungen. Was auf die Kultur zutrifft, ist auch für Politik wahr: Wenn Menschen sich vom Mainstream entfernen, sind sie geneigt, obsessiv in Rabbit Holes zu fallen. QAnon anzuhängen erfordert dieselbe Hingebung, die man von einem K-Pop-Fan erwartet. Demokratische Sozialisten, Impfskeptiker, Antizionisten, Mannosphären-Alphas - alles keine Gruppen, die sich nur ein bisschen engagieren. Manche sind missinformiert, aber nie uninformiert: 'Betreib deine eigene Recherche', ist das Mantra der politischen Peripherie. Fragmentierung, so zeigt sich, führt in subkulturelle Tiefen."
Archiv: New Yorker

Elet es Irodalom (Ungarn), 17.01.2025

Der Theaterregisseur István Verebes beklagt den rüden öffentlichen Umgang in Ungarn und die dadurch einhergehende Verrohung der Sprache: "Ein etwaiger Grund für unser Unbehagen ist die zügellose und ungezügelte Kulturlosigkeit, die das öffentliche Leben in den letzten dreißig Jahren langsam und ohne Widerspruch und Widerstand ausfüllte. Die buchstäbliche Ursache ist die staatlich geförderte Auslöschung oder zumindest die Aufgabe der Forderung nach jeglicher Art von nuancierter Kultur, die wir als Intellektuelle übrigens in den wechselnden Regierungen unverantwortlicherweise übersehen haben. Es ist auch die Ursache für den 'kommunalen' Obskurantismus, den uns der staatliche Verwaltungsapparat als Schirm für seine privaten Interessen aufzwingt - manchmal im Kleinen, aber immer öfter sehr wirksam und in immer größerem Umfang, in immer wichtigeren Bereichen. (...) In verblendeter Naivität dachte ich, wenn der Kapitalismus endlich bei uns Einzug hält, wäre es in jedermanns Interesse, den anderen bereitwillig und höflich zu begegnen, denn wenn man das nicht täte, wie in zivilisierteren Ländern, führte es zum Nachteil. Nun haben wir den Kapitalismus am Hals, und es ist kein Nachteil, denn heute mangelt es ja an Fachkräften, und jeder, der das Sagen hat, kann schamlos mit Kunden, Fahrgästen, Patienten, Kindern und vor allem mit Andersdenkenden umgehen."
Stichwörter: Verebes, Istvan

Harper's Magazine (USA), 20.01.2025

Was wäre die Welt der Literatur ohne Briefe? Die Schriftstellerin Cynthia Ozick erklärt in einem Essay ihre große Liebe zum Brief und versenkt sich dabei in die unterschiedlichsten Korrespondenzen. So zitiert sie einen Brief des jungen Henry James, der die Schriftstellerin Mary Ann Evans alias George Eliot bei einem ihrer Empfänge besuchte. Aufgrund ihrer offenen Beziehung zum Schriftsteller George Henry Lewes galt sie als gesellschaftliche Außenseitern. Henry James, der mit 26 Jahren zu denen gehörte, die sich Mrs. Lewes nähern durften, beschrieb sie in einem Brief an seinen Vater: "'Zunächst einmal ist sie herrlich hässlich - köstlich abscheulich. Sie hat eine niedrige Stirn, stumpfe graue Augen, eine riesige Hängenase, einen riesigen Mund voller unregelmäßiger Zähne und ein Kinn und einen Kieferknochen (...) In dieser gewaltigen Hässlichkeit steckt eine mächtige Schönheit (...) Ja, siehe, ich bin buchstäblich verliebt in diesen großen Blaustrumpf mit dem Pferdegesicht (...) eine bewundernswerte Physiognomie - ein entzückender Ausdruck, eine Stimme, weich und voll wie die eines beratenden Engels - eine Mischung aus Scharfsinn und Süße - ein deutlicher Hinweis auf eine große zugrunde liegende Welt der Zurückhaltung, des Wissens, des Stolzes und der Macht.'" Die "Verzückung", kommentiert Ozick, "geht immer weiter, Satz für Satz ausgeschmückt. In all dem lauert eine eigenartige und sehr öffentliche Ironie: siehe, ich bin buchstäblich verliebt, im Widerspruch zu 'Ich vermute, die Gesellschaft hat Recht'. George Eliot, die Sibylle der Sonntagsempfänge, war zugleich ein Musterbeispiel für ernsthafte Sensibilität und eine gesellschaftliche Paria. Ihre ozeanischen Briefe sind dennoch Inkarnationen oder, nennen wir sie, Manifeste von Anstand und Ehre, außerordentlich aufmerksam, unfehlbar mitfühlend, abgestimmt auf die individuelle Integrität jedes Briefschreibers. Das zeitgenössische Ohr, das an Misstrauen gegenüber Aufrichtigkeit gewöhnt ist, wird vergeblich auf die zynische oder abweisende Nachricht warten; aber wenn es Widerstand gibt, wird sie ihn sauber wegschneiden."

HVG (Ungarn), 16.01.2025

Heute gibt es in Ungarn kaum noch Raum und Achtung für die Kritik, weder für die Theater- noch für die Literaturkritik - nur noch aus persönlicher Leidenschaft pflegen einige Kritikerinnen und Literaturhistoriker das Genre, seufzt der Schriftsteller Krisztián Grecsó: "Das ist ein medienhistorischer Verlust. (...) Warum sollte es heute für einen jungen Menschen attraktiv sein, zum Beispiel Literaturkritiker zu werden, sechshundert Seiten zu lesen, zu durchdenken, in Worte zu fassen? Für fünftausend Forint knapp 12 Euro? Es ist aber auch deswegen nicht einfach, die neue Generation zu integrieren, weil sich die gedruckte Presse in Osteuropa in einer schwierigen Situation befindet. Es gibt keine Mittelschicht, deren Mitglieder Essays und Kunstkritiken lesen wollen, aber auch Wirtschafts- oder Kulturanalysen lassen sich am Bildschirm kaum durchblättern. Die Art von Haltung, welche die gedruckte Presse jenseits der Leitha (Grenzfluss zu Österreich, der oft als imaginierte Grenze für den Beginn der Hochkultur und als Anfang der westlichen Zivilisation benannt wird - Anm. d. Red.) verteidigt, hat sich hier nicht etablieren können. Es ist müßig, dem Leser zu sagen, dass eine jahrzehntealte Werkstatt, wenn sie einmal geschlossen ist, nicht wieder aufgebaut werden kann. Siehe Népszabadság! Dann gibt es noch die Komitats-Tageszeitungen, die regionale Presse, die eine nach der anderen aus politischen Gründen eingestellt wurden und die leider, da die Regierung sie seit zehn Jahren unter ihrer Fuchtel hat, unlesbare Propagandaprodukte geworden sind. Die älteste Zeitung Ungarns, die Délmagyarország, mit einem der renommiertesten Feuilleton-Teil ist ihrer Vernichtung zum Opfer gefallen (…)."
Archiv: HVG

Wired (USA), 14.01.2025

Hinter den Kulissen des KI-Booms brodelt es gewaltig, stellt Bradley Hope fest: Der Energie-, Hardware- und Platzbedarf verzwergt sichtlich jegliche Standards, die man von bisherigen Rechenzentren gewohnt war. Dass die USA hier Pioniere und Spitzenreiter sind, liegt auch daran, dass über den Export von den für KI-Operationen wichtigen Nvidia-Chips eisern gewacht wird, um geopolitische Gegner im Zaum zu halten. Was den Ressourcenhunger betrifft, bieten sich allerdings die Vereinigten Arabischen Emirate - mit ihrem schier grenzenlosen Kapital und neuen Atomkraftewerken - als interessanter Partner an. "Doch an der Sache gibt es einen Haken: Jegliche amerikanischen KI-Partnerschaft mit den Emiraten ist, in irgendeiner Hinsicht auch eine Partnerschaft mit Scheich Tahnoun und wiederum die meisten seiner Technologie-Partner in den letzten Jahren waren aus China. Diese Partnerschaft lag auf der Hand, angesichts von Tahnouns Vorgeschichte als Spionage-Chef mit weitreichenden kommerziellen Interessen im Bereich technologisch hochgerüsteter Staatskontrolle. Tahnoun verbrachte die frühen 2020er vor allem damit, weitreichende Geschäfts- und persönliche Beziehungen mit Peking aufzubauen, bis zu dem Punkt, dass manche Produkte seines Tech-Konglomerats G42 von chinesischen nahezu nicht mehr unterscheidbar waren. ... 2023 warf Washington einen Fehdehandschau. Der Export in den Nahen Osten von Nvidia-Prozessoren - und damit jener Hardware, die Abu Dhabi benötigt, um die eigenen KI-Ambitionen umzusetzen - wurde eingeschränkt. ... Tahnoun lenkte ein und zwar hart. Anfang 2024 kündigte G42 an, es würde die Bande mit China lösen und sich von chinesischer Hardware lösen. ... Im US-Sicherheitsbetrieb verblieben allerdings viele besorgt über die zusehends wachsende Beziehung des US-Tech-Sektors mit den Emiraten. Ein beunruhigender Fakt war einem ehemaligen Sicherheitsbeamten zufolge, dass sich in China kein Protest gegen Tahnouns Entscheidung, Huawei aus seinen Produkten zu entfernen, regte. ... Dies legt dem Beamten nahe, dass es zwischen den beiden Nationen wohl eine Art Verständigung durch die Hintertür geben könnte."
Archiv: Wired

New Lines Magazine (USA), 20.01.2025

Als der südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol im Dezember letzten Jahres das Kriegsrecht ausrief, erinnerten sich viele südkoreanische Menschen an den Gwangju-Aufstand gegen die Militärdiktatur im Jahr 1980, erklärt Yejin Gim. Dem Massaker widmet sich Han Kangs Roman "Menschenwerk". Auch damals wurde das Kriegsrecht ausgerufen, die friedlichen Proteste der Bürger, die für die Freilassung des Oppositionspolitikers Kim Dae-jung protestierten, wurden grausam niedergeschlagen: "Yoon's Vorbereitungen auf das Kriegsrecht beziehen sich auf das Kriegsrechtsdekret aus dem Putsch vom 17. Mai 1980. Die Dokumente, die vom Verteidigungssicherheitskommando stammen, zeigen detaillierte Richtlinien für die Umsetzung des Kriegsrechts. Hong In-hwa, ein 60-jähriges ehemaliges Mitglied des Stadtrats von Gwangju, sagte: 'Es ist offensichtlich, dass die autoritäre Souveränität der Vergangenheit auch heute noch Einfluss hat.'" Aber, es gibt auch große Unterschiede zwischen damals und heute, betont Gim: "Der Forscher und damalige Aktivist Lee Jae-eui stellte fest, dass sich die Truppen 1980 und 2024 unterschiedlich verhielten. 'Die Soldaten an der Front unterdrückten die Situation nicht zu stark', sagte er. 'Sie bemühten sich, bestimmte Grenzen einzuhalten. Dies zeigte auch, dass sie wussten, dass sie zumindest die gesetzlichen Mindestverfahren befolgen mussten. 'Zahlreiche Berichte haben ergeben, dass viele Kommandeure die Kriegsrechtsbefehle für unsinnig hielten und sich schämten. Die passive Reaktion der Streitkräfte scheint teilweise darauf zurückzuführen zu sein, dass Kommandeure die Ausführung von Befehlen verzögerten; außerdem stammen die Polizisten und Soldaten an der Front aus einer Generation, die in Demokratien aufgewachsen ist (...) Es scheint, dass das Wichtigste, was der Aufstand in Gwangju den Südkoreanern hinterlassen hat, Widerstandskraft war, nicht nur Traumata. Der Mut der heutigen Bürger erinnert an einen entscheidenden Moment in Gwangju: Rund 300 Menschen, die am 27. Mai 1980 im letzten Widerstand vor dem Jeollanam-do-Büro kämpften, entschieden sich, zu bleiben und das Gebäude zu verteidigen, obwohl sie wussten, dass ihre Einnahme unvermeidlich war. 'Das hat uns, der heutigen Generation, ein Erbe der Stärke hinterlassen', sagte Lee. 'Sie hielten durch, obwohl sie wussten, dass sie sterben würden.'"

Von einem massiven Drogenproblem in Sri Lanka, berichten Mimi Alphonsus und Dilushi Wijesinghe: "Nach Angaben des National Dangerous Drugs Control Board (NDDCB) wurden 2019 über 89.000 Menschen festgenommen, verglichen mit rund 162.000 Menschen im Jahr 2023. Insbesondere die Zahl der Festnahmen wegen Methamphetaminbesitzes stieg im gleichen Zeitraum sprunghaft an - auf fast das 13-fache der Zahl im Jahr 2019." Dabei geht die Regierung mit teil zweifelhaften Methoden gegen die Abhängigen vor: "Der vielleicht deutlichste Ausdruck des Missbrauchs im obligatorischen Drogenrehabilitationssystem Sri Lankas ist die arrogante Haltung der Polizei und des Rechtssystems gegenüber dem Thema. Die Polizei nimmt normalerweise eine Festnahme aufgrund eines 'Verdachts' auf Drogenkonsum vor, und vor Gericht verurteilen Richter Menschen oft zu einer Drogenrehabilitation auf der Grundlage von medizinischen Berichten, die selten viel mehr enthalten als den Namen der Droge, sagte Manesh Wevita, ein Anwalt, der regelmäßig solche Fälle bearbeitet. 'Der medizinische Bericht enthält oft weder Angaben zum Schweregrad der Sucht noch zu den Gründen für die Annahme, dass die Person eine Behandlung benötigt', sagte Wiveta. 'Und die Richter können ihn nicht anfechten.' Daher muss eine Person, die seit einigen Monaten Marihuana konsumiert, am Ende die gleiche Behandlung erleiden wie jemand, der jahrzehntelang Heroin oder Methamphetamin missbraucht hat.'"