
Nach dem die Firma Mahir, welche die
Budapester Litfasssäulen besitzt, von einem regierungsnahen Oligarchen aufgekauft hatte, wurde der Vertrag zur wöchentlichen Werbung mit dem aktuellen Titelblatt der Wochenzeitschrift
HVG einseitig gekündigt. Die Titelblätter von
HVG gehörten in den vergangenen 40 Jahren regelmäßig zum Straßenbild von Budapest, unabhängig vom politischen System und Couleur der Regierung. Jetzt wird es für unabhängige Medien noch schwieriger, ihre Botschaften in der Öffentlichkeit zu platzieren, wobei dieser Schritt auch einen symbolischen Charakter hat,
meint Ibolya Jakus, Chefredakteurin von
HVG: "Die Titelseiten von HVG waren seit Jahrzehnten Woche für Woche auf den Straßen. Jetzt geht die Paranoia der Macht so weit, dass sie den Schnipser, die Pointe von den öffentlichen Plätzen verbannt und jeden Quadratzentimeter mit von Kriegsverbrechern geklauter
Hasspropaganda füllt, die nur vorübergehend leiser gedreht wurde. Orbán setzt den bekanntesten Straßenbetrug bei der Kampagne ein: das
Hütchenspiel. Der Migrant ist hier, der Migrant ist da - es gibt keinen Migranten. Er tut all dies unter Berufung auf die Verteidigung der christlichen Kultur. Darunter versteht er, dass selbst der Vater, der Sohn und der Scheinheilige jederzeit zu
märchenhaftem Reichtum kommen können und dass das Gebot 'du sollst nicht stehlen' jederzeit mit einer Zweidrittel-Mehrheit außer Kraft gesetzt werden kann."