
Was genau zeichnet eigentlich
Populismus aus,
fragt sich der Schriftsteller
Gergely Péterfy, vor allem den Populismus, der in uns allen stecken mag: "
Kommunismus und
Faschismus mochten inmitten ihrer satanischen Taten als
Engel der Kraft und der Schönheit erscheinen; der Populismus lernte soviel vom Liberalismus, dass er sich darum nicht bemüht. Er ist kein vor Kraft strotzender und von der erdrückenden Last der Traditionen befreiter Proletarier, der die Laufrichtungen der Flüsse ändert, Stahl gießt, den Bourgeois zertritt und Gleichheit und Brüderlichkeit erschafft; er ist auch nicht der blonde blauäugige Arier, der mit Siegfried'scher Urkraft die Herrschaft des spöttischen Zynismus, der verdorbenen Gene und des Geldes beendet. Das revolutionäre Ideal des Populismus ist eine
plattfüßige,
fettwanstige,
prinzipenlose, egoistische, feige, hässige, lügnerische, habgierige und hirnlose Gestalt. Darin liegt seine Zauberkraft: endlich ein Ideal, dem man entsprechen kann. Das Menschenideal der liberalen Welt ist ironisch, tolerant, neugierig, solidarisch, offen und selbstreflexiv. Dieses Ideal lädt
gewaltige Lasten auf den Menschen. Die Hälfte der Menschheit kann damit nichts anfangen: manchmal vielleicht auch ich nicht, oder auch du nicht, lieber Leser. Jene, die sich liberal nennen, wären alle und immer so? Bei weitem nicht! Das
Teufelchen ist im Inneren. Von dort muss es verbannt werden."