
Seit 2010 wurde der staatliche Zuschuss für die unabhängige
Theatergruppe Krétakör systematisch gekürzt. Seit diesem Jahr gibt es nun gar nichts mehr. Mit dem Regisseur und Gründer von Krétakör,
Árpád Schilling,
sprach Zsuzsa Mátraházi über Projekte der Gruppe (eine neue Inszenierung mit dem Titel "Loser" und eine Faust-Inszenierung Schillings im Frühjahr), sowie über die Intellektuellen in Ungarn. ""Loser" wollen wir
durch Crowdfunding finanzieren. (…) Als Hilferuf gedacht, geht es dabei um die Intellektuellen, die vom Staat abhängen und sich immer wieder einreden, weiter
ruhig zu bleiben. Das Problem sei noch nicht so groß. Wenn es wirklich schlimm werde, dann werde man sich auch zu Wort melden. So steigen wir ab. Ich war schockiert, als
Imre Kertész die Auszeichnung Viktor Orbáns annahm. Sollten wir das tun? (…) Wir beschränken uns heute nicht mehr auf das Künstlerische. Wir werfen gesellschaftliche Fragen auf und ziehen so das Publikum an. Zu einem Theaterereignis kommen mehr Menschen als zu einer Konferenz oder einem Forum. Daneben gibt es ein gemeinsames
Schülerprogramm mit dem Goethe-Institut (Freie Schule), bei dem wir gesellschaftliche Probleme mit Schülern aus Budapest, Miskolc und Berlin aufarbeiten."