Asztrik Várszegi, Erzabt des Benediktinerklosters Pannonhalma (Martinsberg), skizziert im
Gespräch mit János Dobszay die christlichen Wurzeln und die geistige Enge, die Ungarn aus dem Kommunismus geerbt hat: "
Unsere Traditionen haben in der Tat gänzlich christliche Wurzeln, doch das bedeutet nicht, dass wir in
unseren Taten und in unseren Einstellungen auch christlich wären. Das christliche Europa, das christliche Ungarn sind Utopien, Wunschdenken. Diejenigen, die das Gegenteil behaupten, sollten sich selbst ehrlich fragen, ob wir wirklich unser Christentum verteidigen und nicht eher
unseren Wohlstand, unsere Behaglichkeit und Sicherheit? (…) Vor 26 Jahren, als noch junger Bischof aus dem sozialistischen Ungarn kommend, hörte ich bei der europäischen Bischofskonferenz bestürzt, dass dort über den Islam gesprochen wurde. Ich musste begreifen, dass unsere
physische Eingeschlossenheit mit einer geistigen einher ging."