
Am 8. Februar wurde in der ungarischen Stadt Veszprem der rumänische Handball-Nationalspieler
Marian Cozma (bis zuletzt bei der Mannschaft der "MKB Veszprem" unter Vertrag)
erstochen, zwei seiner Mannschaftsmitglieder schwer verletzt (
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Roma, die zu einer mafiösen Organisation gehören sollen. "Der Zigeuner hat wieder gemordet", hieß es prompt in der rechten Presse (
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meint der
Philosoph Janos Kis, der auf die (meist verschwiegenen) Verbrechen aufmerksam macht, in denen Roma Opfer rassistischer Gewalt wurden. Kis warnt: "Wer seine politische Basis in diesem Land mit
ethnischer Stimmungsmache zu stabilisieren versucht, spielt mit dem Feuer. Die ersten Opfer der losbrechenden Emotionen könnten jene Menschen sein, die am meisten hilfsbedürftig und ausgeliefert sind – und sie sind es ja tatsächlich schon. Doch auch die Mehrheitsgesellschaft wird einen hohen Preis bezahlen müssen. Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben gezeigt, wohin es führt, wenn wir die Last der Integration der Roma nicht auf uns nehmen. Am Ende dieses Weges erwartet uns nichts als die Katastrophe."