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Im
NYT Magazine beschreibt Robert F. Worth in einem ansteckend optimistischen Artikel den
Aufbruch der Ägypter. Natürlich gibt es viele Probleme - die zusammengebrochene Wirtschaft ist eins der größten - aber die Leute, mit denen er spricht, sind alle
herzerwärmend unideologisch: Da ist der junge Politiker, der lernt, dass man nicht von Kairo aus Politik für die Leute auf dem Land machen kann. Da ist der junge Muslimbruder, der mit einem säkularen Linken befreundet ist. Oder der General, der bekennt, dass er keine Ahnung hat, wie er eine Verwaltung organisieren soll: "Wir wollen zurück in unsere Kasernen." Der Riss in der Gesellschaft trennt nicht Parteien oder Gruppen, sondern die, die am
Patriarchat festhalen und die, die es endlich abwerfen wollen.
Islam Lofti, ein junger Muslimbruder, erklärt Worth, "seiner Ansicht nach sei die jüngere Generation unzufrieden mit der paternalistischen Kultur der Muslimbrüder. 'Es ist ein
System des Gehorsams', sagt er. 'Die Menschen müssen weg davon, sich nur für Fußsoldaten oder Schachfiguren zu halten. Sowohl bei den Muslimbrüdern als auch in der ganzen ägyptischen Gesellschaft lassen wir immer andere die Entscheidungen treffen. Der
Sohn lässt den Vater über seinen Beruf entscheiden. Die
Frau lässt den Vater ihren Bräutigam aussuchen."
Außerdem: Frank Bruni
porträtiert den Filmemacher und Drehbuchautor J.J. Abrams.
In der
Book Review beobachtet Adam Kirsch, dass in den letzten Jahren eine Reihe von Historikern die Rolle der
Alliierten im Zweiten Weltkrieg kritischer sieht als frühere Historiker: Besonders die Person
Churchills und die
Bombardierung deutscher Städte wird nicht mehr umstandslos gutgeheißen. Mit großem Vergnügen hat Stacy Schiff
David McCulloughs Buch "The Greater Journey" über Amerikaner in den 1830er Jahren in
Paris gelesen: "Für die meisten von McCulloughs Reisenden repräsentierte Paris ein großes Erwachen - die berauschende Schönheit des Ganzen! - aber auch eine Erziehung, eine Einladung, die Welt neu zu sehen." Anthony Julius
freut sich über Adina Hoffmans und Peter Coles Buch "Sacred Trash", das die Geschichte der
Kairoer Geniza, jüdische Schriftstücke aus dem Jahr 800, erzählt. Jesse Sheidlower
lernt aus
Joshua Kendalls Biografie, dass
Noah Webster, Autor des berühmten Wörterbuchs, ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse war, der als Kritiker unter
Pseudonym gern seine eigenen Werke lobte und die der Konkurrenz niedermachte.
Trolle gab es eben schon vor dem Internet!