
Im
Sunday Magazine porträtiert Robert F. Worth den 49jährigen ägyptischen
Muslimbruder Mohamed Beltagy, der von vielen Liberalen geschätzt wird, weil er die Proteste erst gegen Mubarak, dann gegen die Militärs auf dem Tahrir Platz unterstützt hat. Bei der alten Garde der Muslimbrüder trägt ihm das allerdings auch Misstrauen ein: "Khalil Anani, einer der besten Analysten der islamischen Bewegungen in Ägypten, erklärte mir, dass die Burderschaft in den kommenden Monaten eine
entscheidende Wahl treffen muss. 'Es gibt eine verschobene Konfrontation zwischen der Bruderschaft und dem Militär', sagt er, 'und wenn sie stattfindet, hängt viel davon ab, wie gut die Bruderschaft mit den liberalen und säkularen Kräften zusammenarbeiten.' Beltagy ist unentbehrlich um eine solche Kooperation zu sichern. Aber die Bruderschaft kann sich auch entschließen, die Liberalen auszuschließen und einen
Handel mit dem Militär machen, so Anani: Sie würde die fortgesetzte Dominanz des Militärs akzeptieren und dafür in religiösen Fragen Konzessionen erhalten."
Apples Geräte werden, wie alle wissen, in
China zusammengebaut. Die Arbeitsbedingungen dort sind teilweise schrecklich, wie Mike Davis etwa in der Radiosendung
This American Life erzählt. Aber Tatsache ist eben auch, dass hunderttausende Jobs
nach Asien gegangen sind. Was in den USA bleibt,
beschreiben im Wirtschaftsteil Charles Duhigg und Keith Bradsher am Beispiel von
Eric Saragoza, der 1995 in
Apples Fertigungsanlage in Elk Grove, Kalifornien als
Ingenieur angestellt worden war. Saragoza stieg schnell auf und verdiente 50.000 Dollar im Jahr. Bald jedoch wurden Apples Produkte zu teuer: Einen 1.500-Dollar-Computer zusammenzubauen kostete 22 Dollar in Kalifornien und 4,85 Dollar in Taiwan. "'Man sagte uns, wir müssten
12 Stunden am Tag arbeiten und auch Samstags kommen', erzählt Mr. Saragoza. 'Ich hatte eine Familie. Ich wollte meinen
Kindern beim Fußballspielen zusehen.'" Leute wurden entlassen, 2002 traf es auch Mr. Saragoza. Nach vielen Anläufen fand er schließlich einen Job in einer Zeitagentur, die für Apple reklamierte Iphones und Ipads untersuchen, bevor sie an die Kunden zurückgeschickt werden. "Jeden Tag fuhr Mr. Saragoza zu dem Gebäude, in dem er einst als Ingenieur gearbeitet hatte. Für
10 Dollar die Stunde ohne Sozialleistungen putzte er Tausende von Glasbildschirmen und testete Audioports, indem er die Kopfhörer einstöpselte."
In der
Book Review folgt der polyglotte Peter Constantine mit Vergnügen
Michael Erards Suche nach den
weltbesten Sprachlernern. Adam Kirsch
bespricht William Gass' barocken Essayband "Life Sentences". Cullen Murphy stellt Benoit Peeters
Herge-
Biografie vor und Charles Isherwoood Ian Donaldsons
Ben-
Jonson-
Biografie.