Die Historikerin
Deborah E. Lipstadt (
Blog) hat ein
Buch über den
Eichmann-Prozess geschrieben. Drei Dinge hebt Franklin Foer in seiner
Besprechung besonders heraus: Lipstadt schafft es,
Hannah Arendt bis fast zum Ende praktisch herauszuhalten und so einen frischen Blick auf den Prozess zu werfen. Sie hält fest, wie wichtig der von Arendt so schlecht behandelte Ankläger
Gideon Hausner war, weil er die Zeugenaussagen erzwungen hat, die die Einstellung der israelischen Juden auf ihre europäischen Brüder, die sie bis dahin für Schwächlinge gehalten hatten, grundlegend verändert hat (
Gil Yaron hat das gerade auch in der
FAZ beschrieben). Und Lipstadt ruft in Erinnerung, wie die Situation damals
generell war: Der Westen lehnte die
Entführung Eichmanns durch den Mossad ab. "Argentinien forderte seine Rücküberführung, und das amerikanische Establishment stimmte zu. Die Meinungsseite der
Washington Post verurteilte Israels 'Dschungelgesetze'. Der
Christian Science Monitor verglich Israels Verhalten mit dem der Nazis.
William F.
Buckley Jr. meinte, die Entführung sei symptomatisch für die jüdische 'Weigerung zu vergeben'. Sogar das American Jewish Committee forderte den israelischen Premierminister
David Ben-Gurion auf, den Prozess an ein deutsches oder internationales Gericht abzugeben. Aber die Kritik machte Ben-Gurion nur zu einem noch energischeren Verfechter des Prozesses."
Dieses Buch ist ein Dokument journalistischen Heldenmuts,
schreibt ein tief beeindruckter Dwight Garner über
Anna Politkowskajas nachgelassene Reportagefragmente in
"Is Journalism Worth Dying For?". "Hören Sie nur diese
ätzende Eloquenz simpler Zahlen: 'Sie wollen nicht wissen, welches Kennzeichen zum Beispiel der gepanzerte Truppentransporter hatte, in dem maskierte Personen Umkhanov und Isigov entführten, ohne nur einen Blick auf ihre Pässe zu werfen. Es war die Nummer
4025. Sie wollen auch nicht wissen, welche Funknummer das Auto hatte,
88. Oder die des befehlshabenden Offiziers der Entführung,
12. Das Kennzeichen des Militärfahrzeugs, dass die Entführung begleitete, war
0 1003 KSH.' Sie hat nichts ausgelassen, um die Straftäter in den Schwitzkasten zu nehmen."
Und: Im
NYT-Magazine schreibt Rob Walker über das
Radioprogramm "Radiolab", das die Möglichkeit von Podcasts nutzt, um ein Programm zu machen, das
andauernde,
ungeteilte Aufmerksamkeit erfordert.