
Einige Monate nach Erscheinen
besichtigen Aude Lancelin und Vincent Monnier die Schlachtformationen um
Michel Houellebecq und seinen neuen Roman
"Die Möglichkeit einer Insel", die von zuckersüßen Raelianern bis zu bitterbösen Konkurrenten reichen: "Da gibt es die bedingungslosen Fans wie
Fernando Arrabal oder
Dominique Noguez, die beide Essays zu seinem Ruhm verfassten. Oder der Academicien
Marc Fumaroli (
hier im Habit), ein neuer Verbündeter. Oder gar die ungefähr
dreißig Jungakademiker, die Ende Oktober in Edinburgh
tagten und gelehrte Debatten über 'Houellebecq, Fürst der Anti-Utopisten' oder die 'Traumzertrümmerer - Houellebecq, Maupassant, Schopenhauer' führten. Es gibt natürlich auch die
feministische Lobby, bis hoch in die Goncourt-Jury, die sich wenig erbaut zeigt von Houellebecqs Beschreibungen 'zellulitischer Fünfzigjähriger mit dem ewig unerfüllten Wunsch nach wilder Liebe'. Selbst die
Verkaufszahlen seines letzten Buchs sind zum Streitobjekt geworden: 210.000 in vier Tagen, versichert der Verlag, 85.323 in vier Wochen erregt sich
Denis Demonpion, Autor einer 'nicht autorisierten' Biografie."
Im
Interview trauert
Günter Grass Gerhard Schröder nach und auch der Tradition des "
engagierten Intellektuellen", die sich im Lauf der Zeit verloren habe: "Die jüngere Intellektuellengeneration hält sich fern von der Politik. Trotz meines Alters und obwohl es mir immer noch Spaß macht, möchte ich doch, dass andere die Fackel aufgreifen. So ist es mir gelungen, gut zehn junge Schriftsteller von
Michael Kumpfmüller über
Eva Menasse bis zu
Juli Zeh zu mobilisieren, die besonders sensibel auf soziale Probleme reagieren. Und meine 'Epigonen' haben sich bewährt, sie haben ihre Aufgabe mit Mut und Pragmatismus erfüllt."
Interessant auch der
Titel: "
Tony Blairs Herausforderung", wo man sich in streng laizistischer Tradition wundert, dass Blair
islamische Repräsentanten in seinen Kampf gegen den Terror einbinden will.