
Voller Vorfreude blickt Sam Leith auf die (inzwischen erhältliche) Fortsetzung des
Videospiel-Klassikers "
Portal" - und
erklärt noch einmal, warum dieses Spiel ohne jeden falschen Kunstanspruch doch einzigartig ist. Das hat mit dem Experimentalcharakter der Wurmlöcher, durch die die Heldin teleportiert wird, zu tun. Mehr noch aber mit einem Charakter, der gar keinen Körper hat, nur eine Stimme ist: "
GLaDOS schmollt und schimpft, droht und schmeichelt. Sie verspricht, dass du, wenn du mit deiner Arbeit an den Experimenten fertig bist, auf einer Party, zu der all deine Freunde geladen sind, zur Belohnung einen Kuchen erhältst... Aber je länger die Honigstimme des Computers dich durch das Labyrinth der Testzonen lockt, desto klarer wird, dass GLaDOS nicht einfach passiv-agressiv ist, sondern
ganz und gar verrückt. Von wegen Kuchen - sie plant dich zu ermorden, indem sie dich in einen Feuersee stößt. Und wenn du diesem Schicksal entgehst, findest du dich in den düsteren Backstage-Zonen des Gebäudes, wo du auf Graffiti stößt, die vermutlich von deinen Vorgängern stammen. Ein wiederkehrendes Graffito lautet: 'Der Kuchen ist eine Lüge.' Das hat längst ein Eigenleben außerhalb des Videospiels gewonnen und ist zu einem
Internet-Slogan geworden..., ein Allzweck-Hinweis auf die Verlogenheit von neuen Diäten, neoliberalen Trickle-Down-Ökonomen und den Versprechungen der Religion. Das ist das Grandioseste an Portal: Es ist nicht nur ein Spiel, sondern eine Weltanschauung."