
Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das
Scheitern des Multikulturalismus. Der
Autor Lindsay Johns hat überhaupt keine Lust mehr mit Leuten zu streiten, die behaupten, "Schwarze könnten sich nicht in Büchern wiederfinden, die vor 2000 Jahren von einer
Handvoll toter weißer Autoren geschrieben wurden, oder dass
Maya Angelou besser sei als Shakespeare. Damit verleugnen sie unser gemeinsames Menschsein über die rassischen Unterschiede hinweg. Tote weiße Männer, die Säulen des westlichen Kanons, bleiben
äußerst relevant für schwarze Menschen im 21. Jahrhundert, weil ihr Anliegen universal ist."
Auch
Einwanderern hat der Multikulturalismus mit seinem Festhalten an angeblich authentischen kulturellen Identitäten nichts gebracht,
meint der
Autor Mike Phillips. Das sind Theorien über Volkszugehörigkeit aus dem 19. Jahrhundert! "Ironischerweise wurde das das Label '
Rasse', das in den letzten Jahrzehnten verpönt war, durch das Wort '
Kultur' ersetzt, um als Surrogat für all die vertrauten alten Ansichten zu dienen. Personen wie der frühere Bürgermeister von London,
Ken Livingston, entschieden, dass der Multikulturalismus die politische Strategie sei, um alle Probleme der Identität von Einwanderern und Briten zu lösen. Aber Multikulturalismus bot unterschiedlichen Leuten verschiedene Bedeutungen an. Sogar die
rechten und rassistischen Parteien, überzeugte Gegner dessen, was sie als 'Vermischung der Rassen' bezeichnen würden, erkennen die Vorteile des multikulturellen Arrangements, in dem jede 'Kultur' ihre Exklusivität hinter verschiedenen sozialen und politischen Barrieren pflegt."
Der französische Filmregisseur
Gaspard Noe hat für seinen Film "Enter the void" ganz schön was einstecken müssen. Andere Kritiker wieder halten der Film für ein Meisterwerk. Aus der Perspektive (point of view,
POV) eines sterbenden Drogenhändlers fliegt Noes Kamera endlos über Tokio, seine Nachtclubs und Sexhotels. Im Interview
erklärt Noe: "Einige hatten Angst, dass das Publikum nicht verstehen würde, dass der POV der Kamera der POV des
Geistes von Oscar ist, obwohl ich dachte, das sei evident. Es ist schon so oft erzählt worden, dass sich der Geist, wenn man stirbt, vom Körper löst und man über der Welt fliegt, die man verlassen hat. Ich dachte, die Zuschauer verstehen das. Wenn man die Kamera
über den Lebenden fliegen sieht, weiß man, das ist ein Geist. [...] Die Charaktere sind nicht cool, sie sind nicht heroisch oder antiheroisch, sie sind einfach komplexe menschliche Wesen mit guten und schlechten Seiten. Oscar ist der
größte Verlierer, den man sich vorstellen kann, und das hat viele Leute gestört."