Elias Hirschl: SchleifenFranziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Es wimmelt von schön formulierten witzigen und klugen Beobachtungen in diesem Buch. "Bevor ich Gefühle haben kann, brauche ich einen Kaffee" oder "Alles passt zu allem in diesem Haus. Nur wir nicht zueinander, sosehr wir es wollen." Über eine Polizistin: "Eine Waffe trägt sie auch, sie sitzt auf ihrer Hüfte wie eine verrutschte Erektion." Den Dalai Lama bezeichnet sie als "spirituelles Maskottchen" des Westens. Die Ich-Erzählerin ist nicht nur frech, sondern auch empfindsam: "Mein Unglück ist ihm fremd. Er macht bereits einen Bogen um die schiere Vermutung meines möglichen Unglücks." Da wird so mancher Leser sich ertappt und erkannt fühlen. Ich liebe Sätze wie diese: "Man kann sich entscheiden, wir entscheiden uns ja fortwährend. Für einen Ort, einen Mann, eine Geschichte. Wie entschlossen auch immer wir das tun, es bedeutet keinesfalls, dass nicht weiterhin alles offen bleibt." Das macht einem Angst, gleichzeitig gibt es keinen größeren Trost. So heißt es an einer Stelle: "Ich bin ins Fach der ernsten Beziehung gewechselt. Ernst ist es, wenn man nicht rauskommt - weil man es nicht schafft oder weil man es nicht will. Vor allem aber, wenn das eine vom anderen nicht zu unterscheiden ist. Weil ja der Mann so herzensgut ist und sein Körper so schwer."