Die Bundesregierung erkennt endlich den
Völkermord an den Herero und Nama an. Sie hat den Begriff gebraucht und führt in Namibia Gespräche, wenn auch nicht mit den Volksgruppen selbst,
schreibt Ilona Eveleens in der
taz. Der Afrikaforscher
Jürgen Zimmerer hat zu den Völkermorden an den Herero, an den Armeniern und zum Holocaust geforscht. Eine Verbindung zwischen den drei gebe es, aber keine kausale,
sagt er im Gespräch mit
tazler Felix Hackenbruch: "Der Holocaust war keine unausweichliche Folge des Völkermords an den Herero. An allen drei Verbrechen war aber das
deutsche Militär beteiligt: als ausführender Akteur in Afrika, als Verbündeter des Osmanischen Reichs und als Wegbereiter im Vernichtungskrieg im Osten im Zweiten Weltkrieg. Die Logik der Beherrschung war immer gleich, nämlich Kontrolle von '
Raum' durch '
Rasse' und durch die Ersetzung einer Bevölkerung durch eine andere."
Gerade mal acht bis zehn Personen kamen regelmäßig zu seinem
Gottesdienst, erzählt Richard Schröder, ehemals
Pfarrer in der DDR, im Gespräch mit Raoul Löbbert und Merle Schmalenbach in der
Zeit. Er erinnert sich an den Druck durch die Partei, friedliche Proteste und geistige Verführung. Auf die Frage, ob eine ostdeutsch-christliche Sozialisation zum Erfolg prädestiniere, antwortet er: "Das
Anderssein prädestiniert im Rahmen der Freiheit für Erfolg. Wer anders ist und gelernt hat, sich auch gegen Druck durchzusetzen, macht oft Karriere."
Besprochen werden eine Ausstellung
kleiner tragbarer Uhren aus dem Genf der frühen Neuzeit im
Historischen Museum Basel (
NZZ) und die Ausstellung "Die
Vermessung des Unmenschen. Zur Ästhetik des Rassismus" mit Exponaten aus der Sammlung des Ethnologen
Bernhard Struck (1899 - 1971) in der
Kunsthalle im Lipsiusbau in Dresden ("Er war, und diese Kontinuität beunruhigt uns heute vielleicht am meisten,
nicht einfach ein Nazi, er betrieb seinen wissenschaftlichen Rassismus von der Weimarer Republik durch das Dritte Reich hindurch bis in die DDR, wo er bis 1969 an der Uni Jena lehrte", schreibt Marc Reichwein in der
Welt).