Klar darf man Israel kritisieren,
schreibt Fania Oz-Salzberger im
Jewish Chronicle in einem Artikel über
Israelkritik versus
Antisemitismus. Anders ist es schon, wenn es um die
Existenzberechtigung Israels geht. Und ein Satz wie "I don't hate Jews, only Zionists" sei eindeutig antisemitisch. "Zu diesen Positionen gehören ganz gewiss auch die neuen Melodien, die auf dem Glastonbury Festival gespielt wurden. '
Tod den IDF' ist absolut gleichbedeutend mit 'Tod Israel'. Als Israelin, die wie meine Eltern, mein Mann und meine beiden Söhne in den IDF gedient hat, bin ich vielleicht wütend darüber, wie unsere Regierung den Krieg zwischen der Hamas und Israel geführt hat, wie sie die enorme internationale Sympathie nach dem Massaker der Hamas verspielt hat und wie sie die Verfehlungen einiger Militärkommandanten und Soldaten weitgehend ungestraft gelassen hat. Aber die Helden von Glastonbury müssen wissen, dass die IDF
die einzige Armee sind, die ich habe, und die einzige Macht, die jeden jüdischen Israeli - und wahrscheinlich auch viele arabische Israelis - davor bewahrt hat, massakriert zu werden."
Ahmad Mansour kann in der
Welt nur den Kopf schütteln: Kaum ein Wort der Empörung hörte man in Deutschland über die grausamen Angriffe von Djihadisten auf
syrische Drusen (unsere Resümees). Erst nachdem Israel eingriff, wurde es wieder laut: "Die vergangenen Tage waren wieder ein Lehrstück in Doppelmoral. Während Flammen aus Häusern schlugen, Frauen und Kinder flüchteten, Männer ermordet und Greise drangsaliert wurden, regte sich
kein Hauch Protest gegen Taten und Täter. Bis Israel eingriff, und - wie schon im syrischen Bürgerkrieg - den verfolgten Drusen militärisch zur Seite sprang. Dann aber! Dann war sie plötzlich da, die Empörung: Wie Israel dazu komme, sich 'als Schutzmacht zu inszenieren'! Al-Dscholani verbat sich Einmischung, westliche Medien schilderten Israels Solidarität als
'völkerrechtswidriges' Problem. Dabei tat Israels Armee, was der Westen längst selbst hätte tun müssen."
Außerdem: Bei den
Ruhrbaronen fragt Stefan Laurin fassungslos, was die Bewegung
Queers for Palestine motiviert, angesichts des notorischen Schwulenhasses der Hamas.
Von Satire keine Spur mehr, darüber ist
jeder Bahn-
Kunde längst hinaus, selbst in der vornehmen
FAZ: "Es ist zum Kotzen mit der Bahn", ruft dort ein wütender Edo Reents angesichts bis zu dreimal längeren Fahrzeiten auf einigen Strecken: "Fasst man die beiden Hauptbaustellen ins Auge - die bald beginnende Streckensanierung
Hamburg-
Berlin und, trostloser Dauerbrenner,
Stuttgart 21 -, so bekommt das Bild, das sich aus einer Mischung von hilf- und haltlosem
Großsprechertum und dem sich aus dem immerhin keimenden Bewusstsein des Versäumten ('kaputtgespart') speisenden Aktivismus ergibt, der seit dem kleinlauten Einkassieren auch der letzten halbwegs langfristigen Perspektive immer kurzatmiger wird, neuerlich Kontur: eine einzige, sich immer weiter in die Breite und in die Tiefe hineinfressende Verhedderung, von der es bis zum
vollständigen Stillstand vielleicht gar nicht mehr weit ist. Panik breitet sich allmählich aus, die nur zu begreiflich ist."