Martin Moszkowicz, bis vor kurzem Vorstandschef der Constantin Film, stellt in der
FAZ eine von einem breiten Bündnis unterstützte
Petition gegen Antisemitismus vor: "Nie wieder heißt jetzt - Fünf Punkte gegen Antisemitismus!" Antisemitismus soll konsequent entgegen getreten werden, erläutert er: "Jüdisches Leben soll sichtbar und sicher im öffentlichen Raum verankert werden, Normalität soll den Rückzug ersetzen. Außerdem sollen Partnerschaften und jüdische Kultur gefördert sowie Brücken gebaut werden, um Vielfalt sichtbar zu machen." Die Petition ist mit dem Aufruf zu einer großen Demo in München am 5. Oktober verknüpft. Moszkowicz fragt sich in seinem Artikel allerdings auch, warum sich
ausgerechnet Moszkowiczs eigene Branche bei dem Thema so zurückhält: "
Keine Filmhochschule, kein großer Sender, keine bedeutende Produktionsfirma, kein Branchenverband" hat unterschreiben. "Einige haben abgesagt - zum Beispiel die Deutsche Filmakademie oder der Bundesverband Regie, die sich sonst gern als moralische Instanzen inszenieren. Die meisten aber, so die Initiatoren des D-A-CH Bündnisses, haben
nicht geantwortet. Dieses Schweigen ist irritierend. Film und Fernsehen sind weit mehr als bloße Unterhaltung. Sie prägen Bilder, erzählen Geschichten, formen Werte und wirken tief in die Gesellschaft."
Ist Tyler Robinson, der Mörder
Charlie Kirks, ein Terrorist ohne Eigenschaften,
weder ein Linker noch ein Rechter, geprägt weniger von jenen sozialen Medien, die in unseren abgehangenen Medien als der Hort aller Gefährdungen beschrieben werden, sondern von
Subkulturen und Onlinespielen,
fragt Leon Holly in der
taz. Er bezieht sich auf den Begriff der
"Brainrot-Morde" der Autorin
Berit Glanz: "Damit spielt sie auf einen Memetrend an, der auf sinnentleerten, 'hirntoten' Humor setzt. Einiges spricht dafür, dass der Kirk-Schütze Teil dieses neueren Phänomens ist: Junge Menschen - nicht besonders politisch, dafür aber sehr aktiv in Online-Subkulturen - begehen Attentate, mit denen sie ihre
Memereferenzen und Insider-Jokes in brutaler Weise in die echte Welt tragen." Auch die Wissenschaft denkt darüber nach, ob Brainrot
wirklich existiert: Amber X. Chen
berichtet im
Smithonian Magazine.
Auch Jörg Häntzschel spekuliert in der
SZ über Tyler Robinson, schildert aber vor allem,
wie skrupellos die MAGA-Rechte den Mord für sich ummünzt: "Die Trump-Leute verschweigen nicht nur, dass auch die Linken den Mord einhellig verurteilten. Sie konnten bislang auch keine Belege dafür liefern, dass Robinson sich selbst
überhaupt als links versteht oder mit linken Gruppen in Kontakt war. Sie erwähnen auch nicht, dass die meisten Terroranschläge in den letzten Jahrzehnten von rechten oder islamistischen Tätern verübt wurden, die wenigsten hingegen von linken."