Seit eine Studie herausgefunden hat, dass an einigen Berliner Schulen muslimische Schüler ihre Mitschüler mobben, wenn ihnen die nicht religiös genug sind (
unser Resümee), schwelt der Streit darüber, ob diese sogenannte "
konfrontative Religionsbekundung" weiter erforscht und thematisiert werden kann.
taz-Autorin Susanne Mermania, die der Idee kritisch gegenübersteht,
berichtet, dass Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) den Bedarf auf eine solche Untersuchung vor einer Finanzierung zunächst mal
eingehend überprüfen lassen wolle. Mermania gesteht zwar ein, "dass es an Schulen
Probleme mit Religionsbezug gibt", aber für sie überwiegen die Bedenken, "dass die Wertung von Konflikten als 'konfrontative Religionsbekundung'
Vorurteilen Vorschub leistet. 'Meine größte Kritik ist die Fahrlässigkeit in Bezug auf die
Gefahr des Stigmatisierens von gläubigen Menschen, insbesondere Muslim:innen", sagt etwa Dervis Hizarci, Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) und früherer Antidiskriminierungsbeauftragter der Bildungsverwaltung."
Mermania berichtet in ihrem Artikel auch über eine
kritische Stellungnahme von "rund 120 Wissenschaftlern, Mitgliedern der Zivilgesellschaft sowie Organisationen", aus der Frank Bachner im
Tagesspiegel eingehender zitiert. Die Stellungnahme fordere die "
Unterlassung der (
Weiter-)
Förderung des Projekts durch öffentliche Mittel". Unterzeichnet ist sie von Landespoilitikern der SPD, aber auch Fachleuten wie Micha Brumlik. Es lägen "
keine belastbaren Kriterien für die Einordnung von Verhaltensweisen als 'konfrontativ' vor. Es wird der subjektiven Wahrnehmung von Lehrkräften überlassen, was als 'konfrontativ' zu bewerten sei und was nicht." Dies werde unweigerlich zu Fehleinschätzungen durch Lehrkräfte führen." Und für Mobbing-Fälle gebe es bereits Mobbing-Beauftragte.
Der 1972 eingeführte
Radikalenerlass war nicht gerade ein Ruhmesblatt der Ära Brandt, konstatiert Marlene Grunert im Leitartikel der
FAZ. "Bis 1976 wurde eine halbe Million Bewerber auf ihre Verfassungstreue kontrolliert, 430 wurden abgelehnt. Die Angst vor einem
Berufsverbot ging um." Schon 1979 wurde der Radikalenerlass, der es Behörden erlaubte, routinemäßige Anfragen an den Verfassungsschutz zu stellen, wieder abgeschafft. Allerdings merkt Grunert auch an: "Fünfzig Jahre später würde man sich
Ansätze des damaligen Eifers wünschen, wenn es um
Rechtsextreme in der Justiz geht."
Streit um die Grünenpolitikerin
Tessa Ganserer, eine von zwei Transfrauen im neuen Bundestag. Die Initiative "Geschlecht zählt" hat kritisiert, dass Ganserer sozusagen bereits nach dem noch gar nicht beschlossenen
Selbstbestimmungsgesetz als Frau im Bundestag geführt wird. Rechtlich gilt sie als Mann, weil sie sich nicht den bisher
vorgeschriebenen Gutachten unterziehen wollte, berichtet Elena Witzeck in der
FAZ: "Die Frauenzeitschrift
Emma hat sich diese Argumente zu eigen gemacht. Ganserer habe den Körper eines Mannes, lebe mit einer Frau zusammen, sei 'Vater' zweier Kinder und besetze nun den grünen
Frauenquotenplatz."
Sibel Schick
vermutet in der
taz empört Methode hinter
Alice Schwarzers Emma-Artikel über Gansera: Es solle "verhindert werden, dass trans Personen die Möglichkeit haben,
politische Ämter einzunehmen. Soll verhindert werden, dass die Interessen von trans Menschen politisch repräsentiert werden. Das Selbstbestimmungsgesetz müsste insofern
ein Anliegen aller Demokrat*innen sein."
Hier ein Bericht auf der Website von
Emma, der wohl nicht mit Schwarzers Artikel identisch ist.