9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.10.2015 - Internet

Chinas KP scheitert kläglich bei dem Versuch, ihre Propaganda in die sozialen Netze zu bringen, spottet Felix Lee in der taz über Tweets wie: "Die Vertiefung der Beziehungen zwischen Großbritannien und China hilft beiden Staaten ebenso wie der Weltgemeinschaft insgesamt." Und ebenfalls erfolglos: "Landesweit in Verruf geraten sind die sogenannten Fünf-Mao-Armeen. Mao ist eine Währungseinheit und entspricht etwa 7 Cent. Für umgerechnet rund 35 Cent pro Eintrag hat die KP angeblich Zehntausende Blogger angeheuert, die mit regierungsfreundlichen Einträgen und Kommentaren die Debatten in den sozialen Medien beeinflussen sollen."

Weiteres: Bei Netzpolitik warnt die Juristin und Netz-Expertin Barbara van Schewick vor der Abschaffung der Neutzneutralität, die morgen im Europäischen Parlament beschlossen werden soll. Monika Ermert berichtet in der SZ vom Icann-Treffen in Dublin, wo über großen Umbau der Internet-Regulierungsfirma gestritten wurde. Michael Moorstedt erklärt ebenda, wie das Internet künftig per Interplanetary File System dezentralisiert werden könnte.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.10.2015 - Internet

Und dann noch dies:


9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.10.2015 - Internet

In der FAZ plädiert der Medienrechtler Rolf Schwartmann für ein Koppelungsverbot für Internetdienste: Sie sollen nicht mehr alternativlos ein kostenloses Angebot an die Einwilligung zur Weiterverwendung der Nutzerdaten knüpfen dürfen, sondern immer auch daneben ein kostenpflichtiges Angebot machen müssen: "Durch ein Koppelungsverbot würden Anbieter im Internet zur Preistransparenz gezwungen. Sie müssten ihre bislang kostenlosen Dienste auch kostenpflichtig anbieten und jeder Dienstleistung ein Preisschild anhängen, das den Wert der Daten widerspiegelt. Neben dem gesteigerten Bewusstsein für den Wert persönlicher Daten würde durch ein Koppelungsverbot auch der wirtschaftliche Wert dieser Dienste offengelegt."

Als FBI-Berater muss sich Marc Goodman auskennen. Mit Johannes Kuhn von der SZ spricht er über die Gefahren der digitalen Zukunft: "Wir sind in einer Opt-Out-Welt gelandet, bei der Privatsphäre sollten die Grundeinstellung aber immer auf geschützt stehen. Die Software für Cybersicherheit muss benutzbar werden, viele dieser Technologien finden sich tief in Ihrem Smartphone, eine Firewall braucht zehn Schritte, um aktiviert zu werden. Wie soll meine Mutter das bedienen können?" Bei Hanser hat Goodman ein Buch zum Thema veröffentlicht.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.10.2015 - Internet

Google wird mit Youtube Red Streamingdiensten wie Netflix Konkurrenz machen, berichten Golem und viele andere Medien: "Der werbefreie Zugang zu Youtube wird auch Downloads der Videos erlauben. Das gab die Google-Tochter am 21. Oktober bekannt. Der Dienst wird 10 US-Dollar im Monat kosten. Youtube werde eigene Serien und Filme anbieten, die zuerst auf Youtube Red laufen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.10.2015 - Internet

Auf einer Berner Tagung zu Big Data lernte Urs Hafner, wie sich Wissenschaft verändert. In der NZZ beschreibt er das sehr anschaulich am Beispiel eines Forschungsprojekts auf Spitzbergen: Daten sind nicht da, sondern werden gemacht. "Zunächst registrierten die Biologen das von einer Unterwasserkamera aufgezeichnete und übermittelte Vorkommen von Fischen, Krebsen und anderen Tieren in Ufernähe, indem sie deren Anzahl und Arten, die Wassertemperatur, die Uhrzeit und anderes mehr numerisch festhielten. Die Biologen verwandelten ihre Beobachtungen in Daten: Sie erzeugten sie. Dann werteten sie die tabellarisch aufgezeichneten Daten aus. Sie erforschten also diese, nicht die beobachtete Unterwasserwelt. Dadurch würden Daten zu Belegen, welche die wissenschaftlichen Aussagen absicherten, ja sie würden zu unverrückbaren Tatsachen gemacht."

In der taz gibt Christian Rath zumindest in einem Punkt Entwarnung: Vom Gesetz über Datenhehlerei, das zusammen mit der Vorratsdatenspeicherung am Freitag beschlossen wurde, sind Journalisten nicht betroffen, es gehe allein um den "Handel mit gestohlenen Kreditkartendaten, eBay-PINs oder Software-Lizenzschlüsseln". Ulf Buermeyer sieht das bei Heise allerdings ganz anders: "Journalisten sind nämlich nur dann nicht wegen 'Datenhehlerei' strafbar, wenn sie "berufsmäßig" handeln. Was das im Einzelfall heißt ist eine Frage der Auslegung, und der unklare Begriff schafft die Gefahr, dass ehrenamtliche Blogger nicht geschützt sind - eine Beschränkung, deren Sinnlosigkeit spätestens der Landesverrats-Skandal um das Blog netzpolitik.org deutlich macht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.10.2015 - Internet

Im SZ-Interview mit Jannis Brühl konstatiert Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde, der voriges Jahr sechs Monate im Gefängnis saß und vergeblich für das EU-Parlament kandidierte, dass das Internet inzwischen eigentlich Facebook gehört, zumindest aber den USA: "Die Technik selbst ist dezentral, aber die Nutzung - also das, was wir unter Internet verstehen - ist zentralisiert. Das liegt an der Bequemlichkeit - und am Vertrauen. Die Menschen vertrauen diesen Unternehmen ja! Deshalb graben wir ein Loch, das immer tiefer wird. Und wir bringen keine Leitern mit, um wieder herauszukommen."
Stichwörter: Sunde, Peter, EU-Parlament

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.10.2015 - Internet

(Via mediagazer) Ohje Ohje, fließt denn der ganze Einnahmestrom in die Taschen von Mark Zuckerberg? Twitter jedenfalls "plant firmenweit Entlassungen", meldet Kurt Wagner bei Recode.net: "Es ist unklar, wieviel Personal entlassen wird, aber Insider sagen, dass alle Abteilungen betroffen sind." Twitter-Gründer Jack Dorsey, der seit kurzem wieder das Unternehmen leitet, wolle den Dienst verschlanken. Auch die New York Times berichtet bereits.

Julia Greenberg schreibt unterdessen bei Wired: "Edward Snowden ist womöglich die mächtigste Person auf Twitter" und erzählt, wie ein Twitter-Link von Snowden den Webtraffic der so geehrten Seiten explodieren lässt, bis die Server zusammenbrechen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.10.2015 - Internet

Stéphanie Vidal schildert in slate.fr in einem beeindruckenden Artikel den Fall des syrischen Internetaktivisten Bassel Khartabil, der in Syrien für eine freies Internet und die Open-Souce-Bewegung kämpfte und von Foreign Policy zu den "Global Thinkers 2012" gezählt wurde. Er wird von den Schergen Baschar al-Assads seit drei Jahren gefangen gehalten und wurde jetzt an einen unbekannten Ort deportiert. Nebenbei kommt Vidal auf die zwiespältige Rolle der sozialen Medien in den syrischen Aufständen von 2011 zurück: "Erst im Februar 2011 hat Baschar al-Assad den Zugang zu Facebook, Youtube und Twitter gestattet. Die scheinbar großherzige Geste hat sich bald als bedrohlich herausgestellt, denn die sozialen Netze erwiesen sich als effizientes Mittel, um die Bevölkerung zu überwachen und Informationen über jene zu sammeln, die sich durch Bild und Wort gegen Assad wandten. Die Netze waren also gleichzeitig ein Instrument der Befreiung für die Bevölkerung und ein Zwangsmittel, das die Regierung gegen sie gebrauchte." Für Khartabil zirkuliert bei change.org eine Petition."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.10.2015 - Internet

Leonhard Dobusch stellt bei Netzpolitik.org die Open Library of Humanities (OLH) vor, die einen freien Zugang zu geisteswissenschaftlichen Texten ermöglichen will: "Die Finanzierung erfolgt durch Mittel von Wissenschaftsbibliotheken und anderen Förderern, die unter den bisweilen horrenden Abogebühren klassischer Zeitschriften leiden. Den Aufbau der OLH haben Stiftungen wie die Andrew W. Mellon Foundation unterstützt. Deutsche Einrichtungen zählen bislang nicht zu den Finanziers der OLH."

Die Free Software Foundation, ohne die das Internet in seiner heutigen Form nicht entstanden wäre, wird dreißig Jahre alt. Oliver Diedrich gratuliert bei heise.de und skizziert nochmal das Programm der Bewegung und seine Gefährungen: "Die größten Gefahren für diese Freiheiten erwachsen heutzutage ... nicht mehr aus Unternehmen, die mit Software Geld verdienen wollen - für fast alle proprietären Anwendungen sind freie Alternativen verfügbar. Wichtiger sind mittlerweile technische Entwicklungen wie die zunehmende Verbreitung von Digital Rights Managment - von der FSF interpretiert als Digital Restrictions Management -, das Anwender darin beschränkt, was sie mit ihren Computern tun dürfen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.10.2015 - Internet

Eine sehr nützliche Recherche zur aktuellen Debatte um Adblocker und Internetwerbung - besonders aus Smartphones - bringt eine Reportergruppe der New York Times. Und was kommt raus? Adblocker lohnen sich! "Der Unterschied war leicht festzumachen: Viele Websites luden schneller und waren leichter zu nutzen. Daten sind auch teuer. Wir schätzen, dass jedes Megabyte bei einem normalen amerikanischen Datentarif ungefähr einen Penny kostet. Wer täglich die Homepage des Boston Globe besuchte, würde gut und gern 9,50 Dollar zahlen - nur für die Anzeigen!"

Und noch eine Episode aus der ewigen Schlacht der Internetgiganten: Amazon verkauft kein Videostramingzubehör von Apple und Google mehr, da beide Dienste den Streamingservice von Amazon nicht unterstützen, um ihre eigenen Angebote durchzudrücken, berichtet Bloomberg.