Nach den jüngsten
Datenleaks, die vor allem Prominente und Politiker betrafen,
fordern die Grünen-Politiker
Konstantin von Notz und
Malte Spitz bei
Spiegel online schärfere Vorschriften: "Dort, wo die Anbieter sich weigern, grundlegende Sicherheitsmechanismen selbst zu schaffen, müssen sie nötigenfalls verpflichtet werden. Der Staat muss seiner
Vorbildfunktion und seiner Schutzverantwortung gegenüber privater Kommunikation, digitalen Infrastrukturen und demokratischen Institutionen endlich gerecht werden."
In einem viel retweeteten Blogbeitrag bei
Medium schreibt Daniel Moßbrucker zu der Affäre vor allem mit Blick auf die
betroffenen Journalisten: "Die Angreifer:innen haben genau das erreicht, was sie wollten, nämlich die Reputation von vielen Journalist:innen und das
Vertrauen in Medien insgesamt zu schwächen. Mit geringem Aufwand ist es gelungen, in sämtlichen Nachrichtensendungen das Bild zu vermitteln, dass
massenhaft sensible Daten von Journalist:innen im Netz stehen. Für investigativ arbeitende Journalist:innen ist das der Super-GAU."
Auch Dirk Peitz
findet die Sache auf
Zeit online nicht zum Lachen. Trotzdem, ein Gutes könnte die Sache haben, denn die Betroffenen sind zugleich "künftige Entscheider darüber, wie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zur Sicherheit ihrer persönlichen Daten einerseits und die staatlichen Interessen etwa bei der Verfolgung von Kriminalität andererseits weiter austariert werden. Der
digitale Selbstschutz der Bürger ist aus staatlicher Sicht eben nicht nur positiv: Accounts, die mit Zwei-Faktor-Authentifizierung gesichert werden, sind ebenso schwer für
Strafverfolgungsbehörden einsehbar wie perfekt geschützte Smartphones und digitale Kommunikation, die etwa über Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kanäle wie WhatsApp stattfindet." Vielleicht findet diese Erkenntnis bei den nächsten Entscheidungen über digitalen Selbstschutz einen Niederschlag.
In der
FAZ stutzt Constanze Kurz dagegen angesichts der
Empörungswelle, die mit den Datenleaks über das Land schwappt. Die
Bildzeitung ruft "Cyber-Alarm" und "Hacker-Gau" aus, selbst Unionspolitiker fordern
Hackbacks! Dabei hätten die Daten, die veröffentlicht wurden, nur wenig Brisanz und bestanden vor allem aus Telefonnummern und Adressen. Nur bei einigen wurden Dossiers mit wirklich privaten Daten ins Netz gestellt: "Statt
Gegenschlagsgefasel über offensive Angriffe wäre es für die Abgeordneten jetzt endlich an der Zeit, sich an die Lösung der zugrundeliegenden Probleme zu machen: eine defensive Cyber-Strategie, die sich zum einen auf die Entwicklung von sicheren, gut nutzbaren Systemen als
Open-Source-Software konzentriert, und zum anderen die weit gestreute Vermittlung von Wissen über den richtigen Umgang mit digitalen Risikoprodukten."