9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturpolitik

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.10.2015 - Kulturpolitik

In der FAZ resümiert Patrick Bahners die aktuellen Münchner Debatten um einen Konzertsaal in der Stadt.
Stichwörter: München, Bayern

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.10.2015 - Kulturpolitik

Die Überreste von Palmyra sind noch kaum zerstört, da krempelt Friederike Fless vom Deutschen Archäologischen Institut in der Welt schon die Ärmel hoch: "Es sind bereits jetzt so viele Fragen diskutier- und planbar: Wo und wie beginnt man mit dem Wiederaufbau und der Sicherung des kulturellen Erbes? Wie geht man aber besonders mit den kaputten Städten um? Räumt man den Schutt mit den Bulldozern weg und baut neu?"

Ebenfalls in der Welt empfiehlt Hannah Lühmann das Haus der Kulturen der Welt als Vorbild fürs kommende Humboldt-Forum. In der FAZ begrüßt der legendäre Berliner Traufhöhenpapst Hans Stimmann Pläne, die Innenstadt von Königsberg unter Respektierung des ehemaligen Stadtgrundrisses neu zu gestalten.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.10.2015 - Kulturpolitik

Wer sich gern mit Kulturdiplomatie beschäftigt, wird begeistert sein von dem Tagesspiegel-Gespräch zwischen Hermann Parzinger von der Preußen-Stiftung und Marina Loschak vom Puschkin-Museum in Moskau über Fragen von Raub- und Beutekunst: Beide versichern, dass sie sich sehr gern haben.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.10.2015 - Kulturpolitik

Im Interview mit der Zeit kritisiert der Direktor des Victoria and Albert Museums Martin Roth die Staatsnähe deutscher Museen und den staatlichen Kontrollfetischismus ("besonders" von Monika Grütters), der auch das Humboldt-Forum gefährde. Roth vermisst ein inhaltliches Konzept für das Forum, das anderen Kulturen auf Augenhöhe begegnet: "Wir sollten von vornherein in gemeinsamen Kategorien denken. Die Zusammenarbeit kann auch nur in gemeinsam besetzten Teams erfolgen. Es geht dann nicht um Projekte, die hier erfunden und dort "unten" und "da drüben" akzeptiert werden, sondern um wirkliche Co-Entwicklungen. Auch die Verantwortlichkeiten würden also wirklich geteilt. Aber diesen Mut muss man haben. Man muss dann auch mit Denkweisen zurechtkommen, mit denen man Schwierigkeiten hat." (Martin Roth gehörte zu den Organisatoren der "Aufklärungs"-Ausstellung in Peking im Jahr 2011 und kam bei der Verhaftung Ai Weiweis mit der Denkweise der chinesischen Regierung zurecht. Mehr hier.)

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.09.2015 - Kulturpolitik

Der Tagesspiegel startet eine Serie zur Frage, wie Kultur und Kulturpolitik den Flüchtlingen helfen können. Den Anfang macht Klaus-Dieter Lehmann vom Goethe-Institut: "Aufgrund der außergewöhnlichen Situation und des rasant steigenden Bedarfs an Deutschkursen erweitert das Goethe-Institut sein Angebot für Fortbildungskurse, in denen Ehrenamtlichen ein Grundlagenwissen Deutsch in der Spracharbeit mit Flüchtlingen vermittelt wird."

Annegret Erhard resümiert in der taz eine Tagung in Tutzing über den Stand der Provenienzforschung und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Kunsthandel.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.09.2015 - Kulturpolitik

Laut einem neuen Kommuniqué der Kommunistischen Partei Chinas sind Kunst und Literatur künftig "zur Stärkung chinesischer Werte" verpflichtet, berichtet Thomas Eller in der FAZ. "Chinesischen Geist weiterzutragen, chinesische Werte zu verbreiten und chinesische Kräfte zu vereinigen seien die heiligen Pflichten der Kulturarbeiter, so das Statement."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.09.2015 - Kulturpolitik

"Baut die Tempel wieder auf!", ruft Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Blick auf Palmyra in der FAZ. Und er schlägt vor, dass verbleibende Kunstschätze in Syrien vorerst in Sicherheit gebracht werden: "Rettung kann dann nur heißen, dass die internationale Fachwelt aus Archäologen, Museumsmitarbeitern und Kulturpolitikern ein Einvernehmen mit dem Herkunftsland darüber erzielt, wie bedrohte Kulturgüter im Sinne zeitlich befristeter Safe-Haven-Regelungen vorübergehend außer Landes gebracht werden können. Und solche Gedanken sollte man sich tunlichst schon jetzt machen, weil die vorübergehende Rettung der in Damaskus versammelten Kunstwerke eine gewaltige logistische Herausforderung darstellen würde."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.09.2015 - Kulturpolitik

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat ihren Entwurf für ein neues Kulturgutschutzgesetz nun vorgelegt, und Jens Bisky kann in der SZ die Kampagne von Sammlern und Galeristen gegen die Novelle noch weniger verstehen: "Formulierungen wurden präzisiert, Bestimmungen entschärft, Befürchtungen entkräftet. Und doch schaut man ungläubig auf die hochsommerliche Entrüstung zurück, als kein Vergleich, kein noch so aberwitziger Verweis auf die DDR oder gar das "Dritte Reich" gescheut wurde, das Vorhaben zu diskreditieren. Wer so losbrüllt, dem scheint es an Argumenten zu fehlen."

Ähnlich sieht das Rose-Marie Gropp in der FAZ: "Was als nicht zuletzt von willkürlichen Lektüren des früheren Entwurfs geschürter Aufschrei die Runde machte - nämlich dass die Sammler in Deutschland künftig um ihren Besitzstand fürchten müssten -, war schon länger als stark übertrieben entlarvt." In der Welt, die sich besonders laut über die Novelle empört hat, triumphiert Swantje Karich dagegen: "Die Kritiker haben gewonnen. Im zweiten Entwurf ist das Kulturgutschutzgesetz von Monika Grütters nicht wiederzuerkennen." In der FR beleuchtet Kerstin Krupp die Eckpunkte und sieht von Grütters durchaus Bedenken und Kritik von Handel und Sammlern berücksichtigt.

Marine Le Pen hat neulich im französischen Fernsehen von Eric Zemmour geschwärmt, einem Autor jüdisch-algerischen Ursprungs, der durch seine rechtspopulistischen Bücher von sich reden machte. Ihn könnte sie sich gut als ihren Kulturminister vorstellen. Julien Longhi spielt das Szenario in der Huffpo.fr durch (was nebenbei zeigt, wie plausibel diese Idee in Frankreich schon erscheint) und kommt anhand einiger Zitate zu dem Ergebnis, "dass die ideologische Konvergenz nicht nur in den kulturellen Referenzen Zemmours und des Front national bestehen, sondern auch in ihrer Interpretation: Man trauert um eine angeblich gloriose Vergangenheit, grenzt sich ab vor einer hermetischen, nicht populären Kultur, hat Schwierigkeiten mit einem gewissen Multikulturalismus und stellt sich gegen einige Künstler, die die "Grundlagen" Frankreichs in Frage stellen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.09.2015 - Kulturpolitik

Der Kunsthistoriker Ulrich Pfisterer will in München ein akademisches Zentrum für Kulturgutforschung einrichten, im SZ-Interview mit Kia Vahland umreißt er das Projekt, das NS-Geschichte, DDR-Erbe, Kolonialzeit und aktuelle Raubgrabungen und Zerstörungen erforschen soll. Aber auch den Markt: "Alles, was mit Geld zu tun hat, gilt als weniger wert in der akademischen Welt. Es schien immer, als fehle da die intellektuelle Herausforderung. Hinzu kommt, dass sich viele Museen lange gescheut haben, genauer in ihre Depots zu schauen, aus Angst vor dem, was dann alles an die Oberfläche kommen könnte."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.09.2015 - Kulturpolitik



Für ein prächtiges Paar mit Rembrandts Ganzfigurenporträts des Marten Soolmans und seiner Frau Oopjen Coppit, das die Rothschilds für 160 Millionen Euro verkaufen wollen, finden der Louvre und das Rijksmuseum in Amsterdam eine europäische Lösung, berichtet Bettina Wolfarth in der FAZ: Sie kaufen sie gemeinsam und stellen das Paar alternierend in Paris und in Amsterdam aus. Außerdem in der FAZ: Jan Brachmann besucht die neue Philharmonie von Breslau.