Kulturstaatsministerin
Monika Grütters hat ihren Entwurf für ein neues
Kulturgutschutzgesetz nun vorgelegt, und Jens Bisky kann in der
SZ die Kampagne von Sammlern und Galeristen gegen die Novelle noch weniger verstehen: "Formulierungen wurden präzisiert, Bestimmungen entschärft, Befürchtungen entkräftet. Und doch schaut man ungläubig auf die hochsommerliche Entrüstung zurück, als kein Vergleich, kein noch so aberwitziger Verweis auf die DDR oder gar das "Dritte Reich" gescheut wurde, das Vorhaben zu diskreditieren. Wer so losbrüllt, dem scheint es an Argumenten zu fehlen."
Ähnlich sieht das Rose-Marie Gropp in der
FAZ: "Was als nicht zuletzt von willkürlichen Lektüren des früheren Entwurfs
geschürter Aufschrei die Runde machte - nämlich dass die Sammler in Deutschland künftig um ihren Besitzstand fürchten müssten -, war schon länger als stark übertrieben entlarvt." In der
Welt, die sich besonders laut über die Novelle empört hat,
triumphiert Swantje Karich dagegen: "Die
Kritiker haben gewonnen. Im zweiten Entwurf ist das Kulturgutschutzgesetz von Monika Grütters nicht wiederzuerkennen." In der
FR beleuchtet Kerstin Krupp die Eckpunkte und sieht von Grütters durchaus
Bedenken und Kritik von Handel und Sammlern berücksichtigt.
Marine Le Pen hat neulich im französischen Fernsehen von
Eric Zemmour geschwärmt, einem Autor jüdisch-algerischen Ursprungs, der durch seine rechtspopulistischen Bücher von sich reden machte. Ihn könnte sie sich gut als ihren
Kulturminister vorstellen. Julien Longhi
spielt das Szenario in der
Huffpo.fr durch (was nebenbei zeigt, wie plausibel diese Idee in Frankreich schon erscheint) und kommt anhand einiger Zitate zu dem Ergebnis, "dass die
ideologische Konvergenz nicht nur in den kulturellen Referenzen Zemmours und des Front national bestehen, sondern auch in ihrer Interpretation: Man trauert um eine angeblich gloriose Vergangenheit, grenzt sich ab vor einer hermetischen, nicht populären Kultur, hat Schwierigkeiten mit einem gewissen Multikulturalismus und stellt sich gegen einige Künstler, die die "Grundlagen" Frankreichs in Frage stellen."