Grandios eine
kleine Zitatmontage, mit der Sieglinde Geisel auf
tell-review.de das letzte Wort zur
Simon-Strauß-Debatte schon gar nicht mehr aussprechen muss. Sie collagiert Kritikerzitate zu Strauß'
Roman "Sieben Nächte" aus den Leitmedien von vor der Debatte mit Nutzerrezensionen auf Amazon - zuerst die Zeitungen:
- Ein "
grandioses Debüt, der Generationenroman der aktuellen Endzwanziger schlechthin" (
Der Freitag)
- "Strauß ist mit diesem literarischen Aufruf ein überaus
großer Wurf gelungen." (
Berliner Zeitung)
- "Schon wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, spürt man, dass es
für Furore sorgen wird." (
Die Zeit)
- "Ein Manifest wider den
Zeitgeist." (
Spiegel Online)
Und dann die Leser bei
Amazon:
- "Das Buch hat
erschreckend wenig zu sagen."
- "Liest sich, als hätte ein
lauwarmer Fruchtzwerg beschlossen, Autor zu werden."
- "Unfassbare inhaltliche
Langeweile."
- "So plätschert das Buch
mal peinlich, mal belanglos vor sich hin."
Auch Paul Jandl
winkt nach Lektüre von Strauß' Roman in der
NZZ eher ab: "Es ist eine
sehr papierene Revolution, die da ausgerufen wird. Ein Manifest zwischen Klugheit und Schwulst, das eher literarisch eine Selbstanzeige ist als politisch."
Nach einem Jahr Trump
zieht Kyle Pope in der Co
lumbia Journalism Review Bilanz über die Arbeit der
amerikanischen Presse. Zu Beginn habe es ausgezeichnete Recherchen gegeben, aber dann kam ein routinemäßiger Clinch: "Wenn unsere Aufgabe vor einem Jahr war, dass Trump uns nicht
an der Nase herumführt, dann haben wir versagt." Besser gemacht habe es
Michael Wolff mit seinem Buch "Fire and Fury": "Er ließ es nicht zu, das Trump mit erlogenen Widerlegungen Aufmerksamkeit abzog... Es erinnerte mich daran, was mir eine Trump-Wählerin sagte, als ich sie zu Trumps Tendenz zur Lüge befragte: 'Er hat eine
größere Wahrheit.' Und das trifft auch für Wolff zu."