Vor anderthalb Jahren hatte der Filmhistoriker
Armin Schäfer in der
Zeit offengelegt, dass der
ARD-Programmdirektor und Filmproduzent
Hans Abich Mitglied in der NSDAP war und dies zeitlebens verschwieg. (
Unser Resümee) Inzwischen bestätigt ein von der Historischen Kommission der
ARD in Auftrag gegebenes
Gutachten des Kommunikationwissenschaftlers
Thomas Birkner die Funde zu Abich. Wesentliche Dokumente, etwa Abichs Entnazifizierungsakte oder ein einschlägiger, 1941 für die "Nachrichten des Auslandswissenschaftlichen Instituts" verfasster Artikel werden allerdings weiterhin
schlicht übersehen, stellt Schäfer in der
Welt fassungslos fest. Angesichts eines solchen Gutachtens der
ARD erstaunt es Schäfer allerdings nicht, dass er bei
weiteren Intendanten der Rundfunkanstalten gravierende Lücken zu deren NS-Vergangenheit entdeckt, darunter unter anderem
NDR-Intendant
Walter Hilpert,
BR-Intendant
Christian Wallenreiter, dessen Vorgänger
Franz Stadelmayer,
HR-Intendant
Wolfgang Lehr,
NDR-Intendant
Gerhard Schröder oder
Klaus von Bismarck, Intendant des
WDR. "Es wäre wünschenswert, wenn die
ARD die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit ernsthafter handhaben würde. Dass scheinbar zu keinem ihrer NS-belasteten Intendanten auch nur
Mindeststandards bezüglich der Fakten publiziert sind, spricht Bände."
Zum Tod des amerikanischen Fernsehpredigers
Pat Robertson, der vergangene Woche im Alter von 93 Jahren starb,
erinnert Claus Leggewie in der
FR an einen "militanten Rechtsgläubigen, der das Evangelium für äußerst weltliche Zwecke politischer Macht und schnöden Mammons missbraucht hat" und der die Trennmauer zwischen
Religion und Politik zu Fall zu bringen versuchte: Robertson und andere Protagonisten der Religious Right "erhoben weiße Evangelikale zur Vorhut der White Supremacy, indem sie die mystifizierte Gründung der Nation durch fromme anglo-irische Pilger adressieren, von denen auch Robertson abstammt. Die
religiöse Retro-
Vision driftete zunehmend in rassistische und sexistische Weltanschauungen ab und stürmte die Grand Old Party der Republikaner, die einmal ein Hort des säkularen Mainstream-Protestantismus waren."
Tapfer wehrt sich der
RBB gegen
politische Einflussnahme,
meldet turi2. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte
bescheidenere Intendentengehälter angeregt: "Er wäre 'dankbar', wenn die Mitglieder die Hinweise der Rechnungshöfe zur Deckelung des Gehalts künftiger
RBB-Intendanten bei der 'anstehenden Neubesetzung' der Stelle 'prüfen und berücksichtigen' würden, heißt es in dem achtzeiligen Schreiben von Donnerstag. Demnach würde der neue Intendant jährlich um die 177.000 Euro erhalten. Sabine Jauer, Mitglied der Findungskommission und Vorsitzende des
RBB-Personalrats, nennt
das Schreiben '
dreist', es verstoße gegen das Gebot der Staatsferne."