In der
taz ärgert sich die
Schriftstellerin Nora Bossong über die Heuchelei in den Medien, die
Mathias Döpfner seine politische Agenda vorwerfen, als hätten sie keine: "Dass die
taz ebenso
parteipolitisch tendenziös ist wie die
Welt, halt links statt rechts, kann nur bestreiten, wer seine eigene Weltsicht für objektiv hält." Und vielleicht sollte man auf
Clickbait auch mal verzichten, meint sie in Richtung
Zeit. "Ganz abgesehen von der Frage, ob man hier
sensationsdoof den Rachefeldzug Julian Reichelts mitspielt, darf man die Verschiebung der Berichterstattung immer weiter in die Privatsphäre hinein nicht zu leicht nehmen. Die
Gedanken sind frei, hieß es mal. Das muss dann auch für Leute mit rechtskonservativen und libertären Ansichten gelten. Oder wollen wir jede Bemerkung, die nie für eine Öffentlichkeit, sondern für vertraute Adressaten bestimmt war,
einer Gesinnungsprüfung unterziehen? Ich persönlich wünsche mir das nicht. Wenn etwas strafrechtlich relevant wird, muss ermittelt werden, aber nicht, wenn jemand einfach ein Arsch ist. Bei aller Empörung über andere lohnt es sich vielleicht,
mal auf sich selbst zu schauen."
Laut einer Studie von Goldman Sachs "sind durch Generative KI
weltweit 300 Millionen Vollzeitarbeitsplätze gefährdet", berichtet Adrian Lobe in der
Welt: "Vor allem der Verwaltungs- und
Rechtssektor ist betroffen, wo fast die Hälfte aller Arbeitsplätze durch KI ersetzt werden könnten. Schon heute ergehen in öffentlichen Verwaltungen Verwaltungsakte automatisiert, in Kolumbien hat ein Richter sogar schon ein
Urteil mithilfe von Chat-GPT verfasst. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Sprachmodelle eigenständig Klageschriften oder Urteile verfassen können. Die Modezeitschrift
Cosmopolitan hat bereits ein Cover mit der Bild-KI DallE designen lassen, das renommierte Architekturstudio
Zaha Hadid nutzt den Bildgenerator Midjourney als Werkzeug, um Häuser zu entwerfen."
In der
SZ skizziert Andrian Kreye vor allem die Herausforderungen, die auf den
Journalismus durch KI zukommen: "Wie sollen Redaktionen mit der
Datenexplosion umgehen, die diese KIs nun verursachen? Wie lässt sich erkennen, ob ein Text ganz oder teilweise von einer KI geschrieben wurde? Wie können Journalisten feststellen, ob ein Bild oder ein Fakt durch eine KI
gefälscht oder verzerrt wurde? Wie kann man ein Publikum bei der Stange halten, das sowieso schon chronisch ablenkt ist, wenn die Algorithmen die Nutzer nicht mehr in die Ablenkungsfallen leiten, sondern diese gleich selbst erzeugen? Wie kann man das Vertrauen des Publikums erhalten, wenn die Öffentlichkeit mit Fälschungen und Verzerrung geflutet wird? Wie lassen sich Standards einhalten, wenn
Personal reduziert wird, wie in allen Wellen der Automatisierung? Wie kann man seine Marktstellung behaupten, wenn die Konkurrenz nicht so zimperlich ist, was den Einsatz von KI betrifft?"
Wenn ChatGPT geistige Arbeit ersetzt, dann liegt das an unserer Bequemlichkeit, die auf
Halbbildung und Kompetenzanschein setzt, meinen in der
FAZ der Philosoph
Christian Bermes und der Bildungswissenschaftler Andreas Dörpinghaus. "Was macht uns Sorge?
Immanuel Kant schlägt in seinem Aufsatz 'Beantwortung der Fragte: Was ist Aufklärung?' eine Antwort vor. Menschen haben einen
Hang zur Unmündigkeit, dem philosophisch und pädagogisch beizukommen Urstifterin der Disziplinen wurde. Es sei so bequem, unmündig zu sein. Also warum selbst denken, wenn es doch die Maschine kann. Aber das Fatale ist: Sie kann es, erstens, nicht. Und
Denken gehört, zweitens, zu den wenigen Dingen, die sich
nicht delegieren lassen. Selbst denken können wir nur selbst. Mit anderen Worten: Nur wenn das Nichtdenken,
der Wunsch,
unmündig zu sein, zum Normalfall wird, ist ChatGPT ein Problem. Und dennoch: Lassen wir uns verführen von ChatGPT. Das dürfen wir. Das müssen wir. Was durch die Maschine trotz aller Organisation von Zeichen
nicht gesagt werden kann, macht Nachdenken aus und Sprache interessant."
Fox News hat sich mit dem Wahlmaschinenhersteller
Dominion außergerichtlich auf eine Schadenersatzzahlung von
787,
5 Millionen US-Dollar (knapp 720 Millionen Euro) geeinigt (
Unser Resümee),
meldet unter anderem der
Tagesspiegel: "
Fox erklärte sich zu der Schadensersatzzahlung möglicherweise auch deshalb bereit, um weitere
peinliche Enthüllungen zu
vermeiden." "Der Wert, den dieser Prozess gehabt hätte, lässt sich mit Geld nicht beziffern", kommentiert Johanna Roth auf
ZeitOnline: "Will das Land irgendwann überwinden, welchen Schaden der Trumpismus an der Demokratie der USA angerichtet hat, dann müssen nicht nur die direkt
Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, wo sie gegen Gesetze verstoßen haben könnten. Auch Trumps willfährige mediale Helfer haben Schuld auf sich geladen, indem sie Unwahrheiten verbreitet haben."