Steffen Grimberg
feiert in der
taz die erhöhten Einschaltquoten der
öffentlich-rechtlichen Sender (auch die Zeitungen und auch Internetmedien wie der
Perlentaucher können von höherer Nutzung berichten, aber was soll's) und fordert gleich ganz in ihrem Sinne eine
Ausweitung ihrer Befugnisse: "Womit wir endlich beim Thema wären: Was macht eigentlich die
Medienpolitik? Sie hat die geplante Reform des öffentlich-rechtlichen Systems und seiner Finanzierung überwiegend verstolpert. Ja, es gibt Fortschritte beim 'Medienstaatsvertrag', der
ARD,
ZDF und
Deutschlandradio neue,
erweiterte Möglichkeiten im Netz eröffnet. Sie waren lange überfällig. Und sind schon jetzt durch die Coronakrise und die in ihr freigesetzte Kreativität auch in den Anstalten teilweise schon wieder überholt."
Die Medienwissenschaftler Klaus Meier und Vinzenz Wyss
kritisieren die
Corona-Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen und privaten Medien in Deutschland und der Schweiz bei
Meedia: "Die Medien berichteten weitgehend
ohne Distanz im Einklang mit der Kommunikation des Bundes und der Bundesländer. Sie transportierten
eher kritiklos und kaum mit eigenen Recherchen flankiert die Analysen und Forderungen weniger dominanter Virologen und die Entscheidungen der Regierungen. In Deutschland wurde die Wegnahme grundlegender Freiheitsrechte in journalistischen Kommentaren größtenteils gefeiert oder sogar noch mehr davon gefordert."
Keine
bella figura machen derzeit unsere
Intellektuellen und Denker,
meint Josef Joffe in der
NZZ. "Das totalitäre Monstrum des 20. Jahrhunderts hat der Westen abgeschüttelt. Nun wird die
chinesische Variante als Vorbild im Virus-Krieg gefeiert, derweil die Demokratien blind und tumb durch die Menschheitskrise torkelten. Auf der entgegengesetzten Seite sind die
Händler der Angst aufmarschiert. Diese Meisterdenker sehen im Machtstaat nicht den Erlöser, sondern den Usurpator. Der werde den Notstand einbetonieren. Sozusagen: 'Ein Volk, ein Reich, ein Heiler.'
Descartes, für den Ideen 'clare et distincte' - 'klar und deutlich' - sein mussten, ist schon lange tot, jedenfalls im postmodernen 'anything goes'. Seine Möchtegern-Erben
parlieren,
raunen und
stellen bedeutungsschwere Fragen, die sie nicht beantworten."