Essay

25 Bücher um das Jahr 2025 zu verstehen

09.12.2024. Darauf hatten wir gewartet: den Roman einer Südkoreanerin, in dem wir einiges über das Lernen von Altgriechisch erfahren. Han Kang hat dafür den Nobelpreis bekommen. Und wir schicken Sie damit durchs Labyrinth des Jahre 2025 mit 24 weiteren Büchern als rotem Faden.
Das Jahr 2025: Donald Trump tritt an. Friedrich Merz tritt an. In Frankreich herrscht Chaos. Angela Merkels "Freiheit" wird verramscht. Der Ukraine-Krieg geht weiter. In Syrien kommt es drauf an. In Israel erst recht. Und es wird das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Aber vorher ist Weihnachten. Wir empfehlen hier Bücher für Prepper. Lernen Sie ein Gedicht von Friederike Mayröcker, ein paar Wortneuschöpfungen von Maren Kames, oder ein 140-Zeichen-Tweet von Clemens Setz. Und kommen Sie damit durchs Jahr.

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1. Nach diesem Jahr stellt sich die Frage mehr denn je: Ist die Welt überhaupt noch zu retten? Unbedingt - und ausgerechnet Pflanzen können uns dabei helfen, wenn wir sie denn lassen, verspricht uns der Biologe Bernhard Kegel. Lebendig beschreibt Kegel, welche Rolle der Natur beim Klimaschutz zukommt und warum der Schutz des Bestands an Mooren und Wäldern so wichtig ist, versichert Christian Schwägerl in der FAZ. Hoffnungsvolle Lektüre für 2025 also - und der Blick auf den Weihnachtsbaum wird vermutlich auch ein anderer sein.


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2. Mit den postkolonialen Gesellschaften ist es so eine Sache. In dem Schwarzweißschema der modischen, mit dem Begriff verbundenen Ideologien bilden sich die Widersprüche dieser Gesellschaften nicht ab. Aber in diesem Roman, der den krassen Gegensatz zwischen Mann und Frau, muslimischer und christlicher Religion in vielen dieser Gesellschaften spiegelt, schon.
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3. Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Geradezu "knausgardesk" klärt die Autorin über das Leben in einer Raumstation auf, schrieb der Welt-Kritiker Mladen Gladic. Irgendwie müssen wir uns ja auf unsere Zukunft vorbereiten.
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4. Es geht ja darum, das Jahr 2025 zu verstehen. Das kann man aber nicht ohne Romane wie diesen, der erzählt, wie totalitäre Regimes die besten ihres Landes, wenn sie sie nicht abmurksen, ins Exil schicken: Frühe Exzesse der Cancel Culture! In der FR bewundert Judith von Sternburg nicht nur, wie Köhlmeier Strukturen des Terrors offenlegt, sondern auch aktuelle linksradikale Strömungen dem leninistischen und stalinistischen Terror gegenüberstellt.
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5. Auf der Flucht vor den Nazis erreichte die jüdische Gerichtsreporterin Gabriele Tergit 1933 schließlich Palästina, wo ihr Mann bereits lebte, wohl fühlte sie sich dort nie, wie FR-Rezensent Claus-Jürgen Göpfert den Texten entnimmt. Die damaligen Konflikte weisen den Weg zum Verständnis der heutigen.
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6. Ronya Othmann ist Journalistin und Autorin - wie so viele Autorinnen vor ihr. "Vierundsiebzig" ist von der Jury der SWR-Bestenliste zum Buch des Jahres gewählt worden. Steht der Roman über das Schicksal der Jesiden auch für eine Repolitisierung der Literatur?
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7. Fast alle Kriege der Gegenwart sind in erster Linie Kriege gegen Frauen. Das gilt für den Krieg der Mullahs gegen die Frauen im Iran sowie für die Mordtaten der Hamas beim Nova-Festival, die besonders auf Frauen zielten. Und das gilt für Putins Krieg nach innen und gegen die Ukraine. Sofi Oksanen hatte früh vor dem Gewalttäter Putin gewarnt. Einen Grund für Putins Frauenhass  macht Oksanen darin aus, dass der russische Präsident seine Machtbasis von Forderungen nach Gleichberechtigung der Geschlechter gefährdet sieht, die er mithilfe antifeministischer Hetze über Staatsmedien bekämpfen möchte.
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8. Letztes Jahr hatte das Buch "Die Moskau-Connection" der Journalisten  Reinhard Bingener und Markus Wehner schonungslos offengelegt, wie welcher wirtschaftspolitische Egoismus hinter der angeblich friedliebenden Russland-Politik unter Gerhard Schröder, aber auch unter Angela Merkel steckte. Dieser Mentalität bei gleichzeitigem Friedensgesäusel und künstlerisch wertvoller Begleitmusik des Goethe-Instituts war ein Grundzug der Bundesrepublik, findet auch Frank Bösch heraus. Am besten vor der Bundestagswahl lesen.
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9. Sklaverei wird bis heute praktiziert. Es handelte sich stets um ein globales Phänomen, das im transatlantischen Sklavenhandel eines seiner finstersten Höhepunkte erreichte. Aber nicht den einzigen. In Le Monde staunte Nicolas Weill über die Perspektivenvielfalt des Bandes. Sklaverei sei in vielen Weltregionen praktiziert worden, die man damit nie in Verbindung bringt, von Indien bis Korea.
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10. Anne Weber "Bannmeilen" zählt zu den literarischen Höhepunkten des Jahres und begeht eine Gegend, in der sich die globalen Konflikte - hier im Fall Frankreichs - lokalisieren.  Ein aufmerksames, genau hinschauendes, aber nie bloßstellendes Buch, so die Rezensenten, die nebenbei hier auch einiges über die Geschichte Frankreichs und den Algerienkrieg erfahren.
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11. Roman zur Zeit: Der linksliberalen, lesbischen Sprachwissenschaftlerin Nora Rischer wird Rassismus vorgeworfen, schnell steht sie im Zentrum eines Shitstorms. Dieses Ereignis wird aufs gründlichste untersucht, besprochen und vor allem: gefühlt, erzählt uns Magenau. Aber so spannend, facettenreich, urkomisch und doch mit gebührendem Ernst muss man erstmal schreiben, staunt er.
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12. Darauf hatten wir gewartet: den Roman einer Südkoreanerin, in dem wir einiges über das Lernen von Altgriechisch erfahren. Sie hat in diesem Jahr den Nobelpreis bekommen. Die Kritiker waren einhellig einverstanden.
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13. Endlich sind die Werke Manès Sperbers wieder greifbar. Er ist der vielleicht wichtigste unter den antitotalitären Autoren. Nur bei Autoren wie Sperber kann man lernen, dass sich Antifaschist nur nennen darf, wer auch mit dem Kommunismus gebrochen hat - und diese Erkenntnis hat durchaus Aktualität. Auch heute muss der einzelne sich dem Sirenengesang der Ideologien entziehen.
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14. Wer sich auf Jahr 2025 vorbereiten will, muss auch bereit sein neue Wörter zu lernen wie "Rumpelpotenz" und "Sowiesobedarf". Von der Gegenwart will man sich in dieser "wild wuchernden Prosa", die Lyrik, Drama, Drehbuch und Songs mixt, sonst gar nicht weiter stören lassen, meint Tobias Lehmkuhl im Dlf. "Riesenspaß" verspricht uns auch Andreas Platthaus in der FAZ. Alle Kritiker waren begeistert.
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15. "Eine Art sozialgeschichtliches Gruppenporträt" des faschistischen Italiens anhand eines berühmten Glamourpaars, kein Roman, aber zu lesen wie einer. FAZ-Rezensent Sven Reichardt lobt vor allem Spannung, "Leichtigkeit und Eleganz", mit der die Historikerin den Aufstieg des italienischen Faschismus beschreibt.
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16. Ein zentrales Werk der italienischen Nachkriegsliteratur ist das. Er handelt vom Faschismus. Die sehr marxistisch geprägte italienische Kritik mochte es nicht, als es 1974 erschien, heißt es. Aber beim Publikum war dieser Roman, der zugleich düster  und mitreißend ist, ein großer Erfolg. Hierseien die die Stimmen all jener zu vernehmen, die in der "Maschinerie der Herrschaft" untergingen, so ein Kritiker.
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17. Die Ost-West-Debatte war im Jahr 2024 immer noch prägend - und könnte es auch 2025 sein, falls es die Putin-Vasallin Sahra Wagenknecht in den Bundestag schafft. Wer die Debatte verstehen will,  greift am Besten zu diesem Buch von Steffen Mau der von Ost-Populismus genauso weit entfernt ist wie von Ossi-Bashing und die Sache soziologisch angeht.
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18. Das Scheitern der Weimarer Republik hat uns nie losgelassen und treibt uns heute wieder mehr denn je um. Hätte man die Demokratie vor den Nazis retten können? Oder war ihr Niedergang unaufhaltbar? Nein, es hätte anders laufen können, kann es immer. Bei Ullrich erfährt man etwa, dass die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Paul von Hindenburg keinesfalls alternativlos war.
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19. Manchmal sind die aktuellsten Bücher fast ein halbes Jahrhundert alt. Allein der Titel von Alain Finkielkrauts Essay von 1982 war prophetisch: "L'Avenir d'une négation", Zukunft einer Leugnung. Dies Buch war also noch vor dem (ersten) Historikerstreit erschienen. Finkielkraut dachte damals darüber nach, warum die Holocaustleugnung, die man in der Regel fast reflexhaft der extremen Rechten zuordnete, mindestens ebenso maßgeblich von der extremen Linken ausging.
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20. Gegen die Ideologisierung der Gegenwart hilft nur eins: "In die andere Richtung jetzt" zu gehen. "Produktiv überfordert" fühlt sich Rezensent Holger Heimann bei der Lektüre von Navid Kermanis Reportagen über Ostafrika. Denn der Reporter gebe sich nicht mit gut verdaulichen Vereinfachungen und simplen Lösungen zufrieden, sondern bemühe sich auf beeindruckende Weise um einen unverstellten Blick auf die Wirklichkeit. Hier ist also auch endlich mal vom Sudan die Rede, einen Konflikt mit Tausenden von Toten, der in den Debatten dieses Jahres unterging.
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21. Mit Friederike Mayröcker altern lernen. Sie bleib bis zuletzt eine Erfinderin. In den letzten Jahren beschäftigte sich mit dem "Proëm"-Schreiben. Sie war halt schon immer mehr als eine Lyrikerin. Mit ungeheurer Sprach- und Assoziationslust, die sich an jeder noch so kleinen "alltäglichen" Sache oder Gegebenheit entzünden könne - sei es das Einkaufen beim Fleischer, eine tote Maus im Graben oder ein Telefongespräch - gehe es in den Gedichten ums Schreiben, um Kindheitserinnerungen, um Blumen oder die Liebe zu Ernst Jandl, erzählt Dlf-Kritiker Nico Bleutge.
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22. Hellsichtig, ohne Illusionen über beide Seiten, verfocht der große Autor eine Zweistaatenlösung. Seine Tochter Fania Oz-Salzberger setzt sein Erbe fort. Nicht vom recht hochtrabenden Titel abschrecken lassen, warnt Rezensent Marko Martin zu dieser Amos-Oz-Biografie vor. Denn der New Yorker Literaturwissenschaftler und Bibelübersetzer Robert Alter hat keineswegs eine "Hagiografie" geschrieben, sondern eine so kenntnisreiche wie kluge, mitunter "subtile" Biografie des israelischen Schriftstellers und Friedensaktivisten Amos Oz.
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23. Unter den literarischen Neuerscheinungen des Buchmessen-Gastlandes Italien gab es einen klaren Favoriten bei den Kritikern: Igiaba Scegos "Kassandra in Mogadischu" ist ein Buch über die Folgen des italienischen Kolonialismus in Somalia. Aber es ist noch viel mehr: ein Nachdenken über migrantische Existenzen und das Porträt einer zerrissenen, über Kontinente verstreuten Familie.
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24. Das hat es in der Literatur auch noch nicht gegeben: In ihrem ersten Roman "Das Wesen des Lebens" macht die finnische Autorin Iida Turpeinen die ausgestorbene Stellersche Seekuh zur Protagonistin. Und der acht Meter große Säuger, der wohl erstmals vor zwei Millionen Jahren in den Meeren auftauchte, hat eine Menge zu erzählen.
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25. Die Zukunft von Twitter liegt hinter uns. "Das All im eignen Fell" ist ein Erinnerungsbuch von Clemens J. Setz an Gedichte - von ihm und von anderen -, die auf Twitter erschienen sind, als die Zeichenzahl noch auf 140 beschränkt war. Ein historisches Dokument.

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