
Als "wertlos" bezeichnete der ägyptische Schriftsteller
Sonallah Ibrahim den Preis, den ihm die Offiziellen der zweiten
Arab Novel Conference im Jahre 2003 verleihen wollten - und lehnte die Entgegennahme der Auszeichnung nebst Preisgeld ab. Die kürzlich in Kairo ausgetragene dritte Auflage ging halbwegs glatt über die Bühne, wie Mona Anis
berichtet, vor allem weil sich zur Sicherheit alle Teilnehmer hatten
verpflichten müssen, eine eventuelle Auszeichnung anzunehmen. Die Vergabe des Preises an den sudanesischen
Altmeister Tayyeb Salih war wohl als Mittel zur Rehabilitierung der Veranstaltung gedacht, allerdings bemerkt Anis, nutzte Salih seine Dankesrede, um dem Publikum ein "recht persönlich zusammengestelltes Mahl aus säkularen, oppositionellen Sichtweisen zu kredenzen".
Einer der Kritiker der Konferenz war der
Schriftsteller Gamal El-Ghitani, der 1970 mit "Seini Barakat" den ersten arabischen Roman verfasste, der ins Englische übersetzt wurde. Gamal Nkrumah
portätiert den Giganten: "El-Gitani besitzt die markanten, grob geschnittenen Gesichtzüge der
Oberägypter. Er ist ein dunkelhäutiger, bebrillter Mann mit schütterem grauem Haar und einem
atemberaubenden Blick. Als er über seine Faszination für die
antiken Ägypter und den Einfluss ihrer bemerkenswerten Zivilisation auf seine Arbeit spricht, sieht er auf verblüffende Weise wie einer von ihnen aus."
Dazu kommt ein kleiner Themenschwerpunkt zum
Internationalen Frauentag in der vergangenen Woche. Fatma Khafagy
warnt vor politischen Bemühungen aus einer
exklusiv feministischen Perspektive: "Das wirkliche Hindernis für Demokratie in arabischen Ländern", schreibt sie, "ist nicht die
Diskriminierung von Frauen, sondern die Tatsache, das die gesamte Bevölkerung lediglich über eingeschränkte politische Rechte verfügt." Und Dena Rashed
war auf einer Diskussionsveranstaltung, bei der die Frage, ob das Problem der Machtlosigkeit von Frauen der islamischen Gesetzgebung per se oder lediglicher ihrer Auslegung geschuldet sei, zu "erhitzten, ja kampflustigen Wortgefechten" führte.
Außerdem: Der DAAD-Chef
Christian Bode, Schirmherr der privat finanzierten
Deutschen Universität in Kairo,
spricht mit Rania Gaafar über akademische Standorte, wirtschaftlichen Nutzen, Elitenförderung und darüber, wie es um
Humboldts Ideale in Ägypten bestellt ist. Und Lubna Abdel-Aziz
befindet, dass
Terry Georges Film
"Hotel Rwanda" in diesem Jahr eher einen Oscar verdient gehabt hätte als jeder andere Film.