Alaa El-Aswanis "Imarat Ya'qoubian" (
"The Yacoubian Building") ist der
populärste Roman, der in dem vergangenen fünf Jahren in arabischer Sprache erschienen ist,
schreibt Salonaz Sami.
Kairo ist darin der Schauplatz eines "Panoramas der
sozialen Archetypen: der Enteigneten, der Verwestlichten, der Ungebildeten". Doch ist das Buch auch umstritten, weil Homosexuelle darin vorkommen. Sami hat mit
Wahid Hamed, dem Produzenten der gerade abgedrehten und hochkarätig besetzten
Filmversion, darüber gesprochen. Hamed schildert, wie schwierig die Zeichnung von "Hatem Rashed war, einem
homosexuellen Schriftsteller und Mitglied der vom Westen geprägten Elite der Stadt. 'Abgesehen von seinem Beruf hat er eine Persönlichkeit, die in der ägyptischen Gesellschaft
unsympathisch erscheint', erklärt er. 'Ich musste extrem vorsichtig sein, um zu vermeiden, dass das Publikum ihn hasst, vor allem, weil er in professioneller Hinsicht bewundernswert ist. Aber viele Ägypter lehnen Homosexuelle ab, aufgrund unserer Kultur und Religion. Letztlich jedoch', fällt Hamed noch ein, 'können wir nicht leugnen, dass Menschen wie Hatem Rashed existieren...'"
Rania Khallaf
nimmt den neuen Band von
Omar Taher zum Anlass, ihn als Vertreter einer jungen Dichtergeneration vorzustellen, die sich des Erbes der
Ammiya-Poesie, der Dichtung im umgangssprachlichen Arabisch annimmt. Ammiya-Dichtung, schreibt Khallaf, "war immer ein Vehikel des kollektiven Bewusstseins, das Medium, in dem der Meister der vorletzten Jahrhundertwende,
Bairam El-Tonsi, und solche überragenden Persönlichkeiten wie
Fouad Haddad und
Salah Jahin in den 1960er Jahren nationalen und historischen Anliegen Themen verliehen - zumeist in feststehenden, aural wirksamen Formen, in denen das
individuelle Selbst eine
untergeordnete Rolle spielte." Genau um den Ausdruck des letzteren geht es aber Taher - das Talent als Rebell der Innerlichkeit.
Außerdem
fragt Zahi Hawass: Wird die
Ägyptologie von einer
Mafia beherrscht? Aziza Sami
porträtiert den Ex-Diplomaten und renommierten Politologen
Gamil Matar. Und Mohalhel Fakih
berichtet aus Libanon von einer Nation in Trauer und Schock über die Ermordung des früheren Regierungschefs
Rafiq Al-Hariri.