Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

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Magazinrundschau vom 31.01.2014 - Bloomberg Businessweek

Dune Lawrence blickt hinter die Kulissen von Tor - jenes Netzwerks zur Verschlüsselung digitaler Kommunikation, das selbst die NSA zu ihrer Verzweiflung nicht knacken kann (man weiß über die Verzweiflung dank einiger von Edgar Snowden geleakter Dokumente): "Das Hauptquartier von Tor belegt einen Raum in einem Heim des Vereins christlicher junger Frauen (YWCA) in Cambridge, Massachusetts. Nachbar ist ein Frauenhaus, das Opfern häuslicher Gewalt hilft. Die 33 'Kernpersonen', die auf der Website von Tor benannt werden, sind neun Vollzeitangestellte. die meisten arbeiten von zu Hause aus mit. Das Projekt lebt zum größten Teil vom Crowdsourcing: Hunderte Freiwilliger auf der ganzen Welt arbeiten an der Verbesserung der Tor-Software und versuchen Zensoren wie jenen aus China stets einen Schritt voraus zu bleiben - China hat enorme Mittel eingesetzt, um Tools gegen Zensur - inklusive Tor - zu bekämpfen."

Magazinrundschau vom 14.01.2014 - Bloomberg Businessweek

Jake Stangel gibt für die Titelgeschichte der Bloomberg Businessweek einen Einblick in die schwer verständliche, aber höchst faszinierende Welt der Bitcoins und ihrer 'Erzeuger' - das sind Computercracks, die für die virtuelle Währung Verschlüsselungen ausrechnen, um die Transaktionen sicher zu machen. Als Lohn erhalten sie recht beträchtliche Überweisungsgebühren. Und da der Bitcoin ins Unermessliche gestiegen ist, hat sich nun eine höchst spezialisierte Branche entwickelt, um die immer komplizierteren Verschlüsselungen zu errechnen: "Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman und all die anderen Schlauköpfe, die die Scheuklappen der Historiker tragen, sagen, dass es sich nur um die allerneueste Manie handelt, kaum weniger lächerlich als das holländische Tulpenfieber im 17. Jahrhundert. Die Bitcoin-Erzeuger kümmert das wenig. Eine ganze Industrie hat sich ihnen angedient. Wie auch immer das Schicksal der Bitcoins aussehen wird, eine ihrer Folgen werden höchstwahrscheinlich schnellere Chips sein." Da ist etwa die Firma HashFast, die den ASIC-Chip designt hat, der darauf sepzialisiert ist, bestimmte Operationen möglichst schnell zu wiederholen: "Intel würde 70.000 seiner schnellsten Chips benötigen um einen einzigen unserer Chips zu ersetzen", sagt Eduardo de Castro, einer der Gründer der Firma.

Magazinrundschau vom 07.01.2014 - Bloomberg Businessweek

In einer detailreichen Reportage berichtet Joshua Yaffa über Korruption und Verschwendung beim Bau der Infrastruktur für die Olympischen Winterspiele in Sotchi. Putin habe darin nie bloß ein reines Sport-Event oder eine einmalige Werbechance gesehen, sondern vielmehr eine Möglichkeit, die gesamte Kaukasus-Region zu "verjüngen". Obwohl er die Spiele als "heilig" bezeichnete, leistete sein gleichzeitiges Sparsamkeits-Gelöbnis Schlamperei und Baufehlern Vorschub. Und der Selbstbereicherung: "Es ist schwierig zu entscheiden, an welchem Punkt ineffiziente Arbeit und Nacharbeiten zu unverhohlenem Diebstahl werden, aber es scheint in Sotchi reichlich derartige Fälle zu geben. Der Inhaber einer lokalen Baufirma erzählte mir, wie Auftragnehmer die Kosten künstlich aufblähten, um die Schmiergelder wieder hereinzuholen, die sie gelegentlich den die Aufträge erteilenden staatlichen Führungskräften zahlen mussten. Wie er es ausdrückt, haben beide Seiten - Auftragnehmer und Offizielle - die Natur des Deals verstanden: Erstere mussten Geschäftsgewinne erzielen, Letztere wollten aus den Budgetfonds mitnehmen, was zu kriegen war."

Außerdem erzählt Adam Higginbotham die Geschichte eines irischen Clans, der europaweit Nashorn-Hörner stiehlt. Die Reportage beginnt im irischen Nationalmuseum in Dublin, wo Diebe im April die komplette Sammlung von Nashorn-Köpfen klauten.
Stichwörter: Clan, Kaukasus, Diebstahl

Magazinrundschau vom 03.12.2013 - Bloomberg Businessweek

Der Inselstaat Kiribati besteht aus 32 Atollen, die kaum zwei Meter weit aus dem Pazifik ragen. Seine Bewohner bereiten sich darauf vor, dass ihr Lebensraum in absehbarer Zeit dem Klimawandel zum Opfer fallen wird, berichtet Jeffrey Goldberg: In den Kirchen predigen Pfarrer die Arche Noah, und Präsident Anote Tong verhandelt mit Fidschi und anderen Staaten über die Aufnahme seiner Bevölkerung: "Im Augenblick ist eine Massenauswanderung nur eine theoretische Option, weil es noch keinen Ort gibt, wo man hingehen könnte. Einige der Jüngeren lassen sich zu Matrosen ausbilden, in der Hoffnung, auf asiatischen Fischdampfern zu arbeiten, oder zu Krankenschwestern, um in neuseeländischen Altersheimen Anstellung zu finden. Tong nennt das 'Migration mit Würde': die Bürger Kiribatis nützlich zu machen für die Länder, die ihnen Zuflucht gewähren könnten. Doch die meisten Einwohner sind durch Blutsbande und Klanstrukturen eng miteinander verbunden und hängen so sehr an ihrem Land, dass der Gedanke ihre Zerstreuung unerträglich für sie ist."

Magazinrundschau vom 19.11.2013 - Bloomberg Businessweek

Paul Ford beschreibt anschaulich, welch komplexe Technologie in einem Tweet mit nur 140 Zeichen versteckt ist. Sie macht möglich, dass er für sich stehen und so in andere Websites eingebettet werden kann. "Einmal geboren, sind Tweets auf sich gestellt und müssen ihren Weg in die Welt finden, wie frisch geschlüpfte Wasserschildkröten, die gegen die Brandung ankraulen. Zum Glück besitzen sie alle Information, die sie brauchen, um zu überleben: Ein Tweet kennt die Identität seines Schöpfers, egal ob Mensch oder Maschine, sowie Entstehungsort, -datum und -uhrzeit und Dutzende anderer kleiner Dinge - sodass der Tweet wiederhergestellt werden kann, egal wo er sich befindet. In tausenden von Jahren könnte ein intelligentes Wesen, das sich über einen einzigen Tweet beugt, Rückschlüsse auf eine ganze Kultur ziehen, wie ein Archäologe aus einem alten Totenschädel."

Magazinrundschau vom 06.08.2013 - Bloomberg Businessweek

Wo ist Pawel Durow, fragt Joshua Yaffa in einer instruktiven Recherche, die Einblick in das russische Internet gibt. Durow ist Gründer des größten sozialen Netzwerks in Russland VKontakte.ru und seit einiger Zeit verschwunden. Zugleich haben Investoren Anteile an der Firma verkauft - an kremlfreundliche Kräfte: "Der Staat hat ein unleugbares neues Interesse am Netz. Nach den Protesten gegen die Regierung im Dezember 2011 ging Putins Umgebung die Wichtigkeit dessen, was online gesagt und geteilt wird, auf. Die Duma, die unter Kontrolle der Pro-Kreml-Partei Verinigtes Russland steht, erließ eine Reihe von Gesetzen, um die Kontrolle über das Netz zu verschärfen und dei Blockierung einiger Websites zu erleichtern."

Ganz interessant liest sich die barbiemäßig Pink und Lila (das ist nun mal auch die Farbe der Firma) aufgemachte Titelgeschichte über Marissa Mayer, die versucht, den gestrauchelten Internetgiganten Yahoo wieder aufzubauen. Der Umsatz von Yahoo ist in den letzten Jahren von 7 Millarden Dollar auf die Hälfte gesunken, berichtet Brad Stone, der bei Marissa Mayer eine klare Strategie erkennt: Sie setzt auf Mobil und hat eine Menge Firmen und Ingenieure eingekauft, um die Strategie umzusetzen. Einfach wird es dennoch nicht: "Die Facebook-Aktie stieg um dreißig Prozent, nachdem bekannt wurde, dass Facebook 41 Prozent seiner Einnahmen mit Mobilwerbung macht." Bei Yahoo, so die Schätzungen, liegt dieser Wert noch um 10 Prozent.

Magazinrundschau vom 18.06.2013 - Bloomberg Businessweek

Das nordkoreanische Mansudae Kunststudio führt Aufträge für Monumentalskulpturen aus, vom Frankfurter Märchenbrunnen bis zum Monument de la Renaissance africaine (Bild) in Dakar. Bei letzterem erwies sich die Zusammenarbeit allerdings als konfliktreich, berichtet Caroline Winter: "Senegals Gewerkschaften protestierten gegen die Entscheidung von Präsident Abdoulaye Wade, ausländische Arbeit zu importieren, während die Arbeitslosigkeit des Landes bei fast 50 Prozent lag. Viele nahmen auch Anstoß an der Mutterfigur der Statue, die, in einen kaum existenten Hauch von Stoff gehüllt, die muslimische Bevölkerungsmehrheit repräsentieren soll. Wade war wiederum entsetzt, als sich herausstellte, dass die Gesichter der Statuen koreanisch aussahen - ein wiederkehrendes Problem von Mansudaes internationalen Installationen." (Im Februar erschien bei BrandEins ebenfalls eine Reportage über das Mansudae Kunststudio.)

Magazinrundschau vom 14.05.2013 - Bloomberg Businessweek

Ziemlich beeindruckt schaut Ashlee Vance unter die Motorhaube der (in Deutschland leider noch immer nicht zugänglichen) Online-Videothek Netflix, die ursprünglich mit Postversand ins Geschäft eingestiegen ist, heute zu den großen Streaming-Anbietern zählt und sich mit eigenproduzierten Serien wie "House of Cards" und "Arrested Development" nun auch als HBO-Konkurrent positioniert. In den USA gehen mittlerweile mehr als zwei Drittel des gesamten Internetverkehrs auf Netflix zurück, berichtet Vance in seinem spannenden Hintergrundartikel über den enormen infrastrukturellen Aufwand des Unternehmens: Um die 36 Millionen Kunden zu bedienen, "ermittelt Netflix innerhalb von Sekundenbruchteilen, welcher Server mit dem Film dem Kunden am nähesten ist, und wählt dann aus Dutzenden von Versionen die zum Endgerät passende Filmdatei aus." Doch anders als große Firmen unterhält Netflix keine eigenen, großen Rechenzentren, sondern ist selbst "einer der weltweit größten Nutzer von Cloudcomputing, was bedeutet, dass man seine Daten auf anderer Leute Equipment auslagert. Die Firma mietet stündlich mehr Server und Speicherplatz an und greift dabei allein auf Amazon Web Services zurück, die Cloud-Abteilung von Amazon ... In jeder Sekunde nutzt Netflix zwischen 10-20.000 Server, die sich irgendwo in Amazons Datenzentren befinden. Die Computer verwalten die Kundeninformationen, Videoempfehlungen, das Kopierschutzsystem, die Konvertierung der Videodateien in unterschiedliche Formate und die Überwachung der Performance. ... Tagsüber bewältigen einige Server die Herausforderungen beim Videostreaming, nachts analysieren sie die eingegangenen Daten."

Magazinrundschau vom 23.04.2013 - Bloomberg Businessweek

Vor zwei Jahren sah es aus, als stünde das Murdoch-Imperium vor dem Ende. Die Abhöraffäre, das Ende der News of the World ließen den Tycoon angeschlagen erscheinen. Inzwischen ist er wieder oben auf und hat sich zum Twitter-Virtuosen entwickelt (400.000 Followers), und News Corp. entwickelt sich prächtig, erzählt Felix Gillette. Das Geheimnis? Geld, in der richtigen Dosierung, für die richtigen Zwecke. 700 Abhöropfer wurden außergerichtlich abgefunden: "Zwischen Juli 2010 und Dezember 2012 hat die News Corp. 250 Millionen Dollar an Anwaltskosten und anderen Kosten für den Abhörskandal ausgegeben, plus 25 Millionen Dollar für außergerichtliche Einigungen. Das mag als ein schmerzhafter Betrag erscheinen, aber die tatsächlichen Kosten liegen weit unter den Schätzungen von 2011, sagt die Medien-Expertin Claire Enders: 'Damals wurden Kosten in Milliardenhöhe anvisiert. Das konnte doch nach unten gedrückt werden und hat die Aktienkurse zugleich nach oben getrieben.' Der New Yorker Anwalt und Spezialist für Krisenbewältigung bei großen Firmen, Richard Levick, glaubt, dass das Geld für die Einigungen gut investiert ist: 'So blieben die Fälle außerhalb der Schlagzeilen', sag er. 'Und was hat es gekostet? Nur einen Bruchteil des Betrags, um den der Wert des Unternehmens gestiegen ist.'"
Stichwörter: Geld, Virtuosen

Magazinrundschau vom 12.03.2013 - Bloomberg Businessweek

David Leonard hat sich von George Lucas und Disney-Geschäftsführer Robert Iger die Geschichte erzählen lassen, wie Disney im vergangenen Herbst das "Star Wars"-Franchise übernahm. Dabei steht nicht nur ein einsames Frühstück in Disneyworld im Mittelpunkt, sondern auch die von Lucasfilm intern geführte Star-Wars-Datenbank "Holocron", die die Leute von Disney richtig stutzen ließ, als sie zum ersten Mal einen Blick darauf werfen konnten: Gelistet werden darin "17000 Charaktere aus dem Star-Wars-Universum, die einige tausend Planeten über eine Zeitspanne von mehr als 20000 Jahren bewohnen. Ein Brocken, den Disney erstmal schlucken musste. Also stellte Lucas der Firma einen Berater zur Verfügung, Pablo Hidalgo, ein Gründungsmitglied der Star Wars Fan Boy Association, der jetzt bei Lucasfilm die Kommunikation der Marke nach außen managt. 'Das Holocron kann etwas überwältigend sein', räumt Hidalo ein, der Fragen des Kanons wie die korrekte Schreibweise von 'Wookiee' und die endgültige Liste aller Leute, die Yoda besucht haben, während er sich in den Sümpfen von Dagobah versteckt hielt, zu seiner Obsession erklärt hat." Mit solchem Datenmaterial ausgestattet, dürften dann ja noch einige hundert Star-Wars-Filme auf uns zukommen.
Stichwörter: Kanon, Lucas, George, Star Wars, Disney