Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

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Magazinrundschau vom 06.01.2015 - Bloomberg Businessweek

Silicon Valley? Langweilig, so eingefahren. Die jungen Entrepreneure, also die unter 30-Jährigen zieht es ganz woanders hin, erzählt Karen Weise: nach Afrika. Nairobi zum Beispiel. Hier kann man wirklich alles neu erfinden, sogar soziale Projekte, die sich rentieren: "Maeghan Orton, die die afrikanische Zweigstelle von Medic Mobile leitet, einem Zulieferer für medizinische Technologie, sagt, sie steche manchmal heraus als das "weiße Mädchen, das auf einer Farm in Süddakota aufwuchs". Etwa achtzig Prozent ihrer Zeit bereist sie die Region und arbeitet mit Gesundheitsministerien und Hilfsorganisationen überall in Ostafrika, um medizinische Apps für einfache Handys zu entwickeln. Sie erklärt beispielsweise, warum ein Ipad mit seinem kurzen Batterieleben ungeeignet ist für eine Klinik auf dem Land. Orton überzeugte auch ihren Ehemann, nach Nairobi zu ziehen - es war Teil eines "merkwürdigen Ehevertrags", wonach sie einige Jahre in Afrika leben würden. Drei Monate nach dem Umzug, während einer der monatlichen "Whiskey Nächte", bei denen sie zollfreien Alkohol am Lagerfeuer trinken, entschieden er und ein Freund, WiFi-Hotspots für ländliche Gebiete zu entwickeln. Kürzlich haben sie die Technologie auf einer dreiwöchigen Reise durch Südafrika getestet."

Magazinrundschau vom 23.12.2014 - Bloomberg Businessweek

Das gibt es auch in Afghanistan: neue Millionäre, erzählt in einer Reportage Mujib Mashal am Beispiel des Unternehmers Matiullah Matie: "In den USA werden Kriegskontrakte meist mit Namen wie Blackwater (jetzt Academi), DynCorp International, Triple Canopy und anderen assoziiert. Aber am Boden in Afghanistan hing das Pentagon von einer kleinen Armee lokaler Kräfte ab. Und als hunderte Millionen Dollar amerikanischer Steuerzahler in des Land flossen, schufen sie eine neue Klasse reicher afghanischer Unternehmer. ... Blickt man hinter die Reichen, die durch politischen Einfluss reich wurden, findet man eine viel größere und jüngere Klasse von Nouveaux Riches wie Matie. Sie haben überall im Land Geld verdient, indem sie auf die unmittelbaren Bedürfnisse des amerikanischen Militärs reagierten. Veile waren Übersetzer, die die Löcher in der Versorgungskette des Pentagons sahen und als Auftragnehmer stopften. Andere waren einfach Geschäftsleute, die aus den Spendengelder kassierten, die in alle Sektoren der post-Taliban-Gesellschaft flossen."
Stichwörter: Afghanistan, Pentagon

Magazinrundschau vom 16.12.2014 - Bloomberg Businessweek

Ben Elgin und Michael Riley erzählen, wie Hacker offenbar im Auftrag des Iran die Rechner des Sands-Casinos in Las Vegas lahmlegten, um sich an dessen Besitzer Sheldon Adelson zu rächen, der ein Freund Benjamin Netanjahus und ausgesprochen deutlicher Verteidiger Israels ist. Der Angriff scheint einem Trend zu folgen, wie die jüngste Attacke auf Sony zeigt: Hier ärgerte sich offenbar Nordkorea über eine Komödie, die sich über den großen Vorsitzenden Kim Jong-un mokierte: "Experten fürchten, dass Feinde Amerikas hier einen neuralgischen Punkt des Cyber-Kriegs gefunden haben - Anschläge, die ernst genug sind, um amerikanische Firmen zu verletzen, aber unter der Schwelle, die eine kraftvbolle Reaktion der Regierung auslösen würde."

Magazinrundschau vom 02.12.2014 - Bloomberg Businessweek

Keine Zeitschrift setzt im Moment bessere Wirtschaftstitel als die Business Week. Auch wer sich nicht für die raue Männerwelt der Computerspiele interessiert, wird Sheelah Kolhatkars Porträt der Aktivistin Gender-Spezialistin Anita Sarkeesian mit Begeisterung lesen: Sie bringt durch einen Videokanal über krass frauenfeindliche Muster in diesen Spielen die ganze Szene durcheinander - und löst wilde Attacken und unheimlichste persönliche Drohungen aus. Aber ihre Erfolgsgeschichte ist all american: "Im Jahr 2012 wurde Sarkeesian von dem Game Studio Bungie in Seattle, bekannt durch die Halo Serie, eingeladen, um über starke weibliche Charaktere in Spielen zu sprechen. Sie bekam eine überraschend gute Reaktion und beschloss, sich stärker in Videospiele einzudenken, die sie seit den Game-Boy-Spielen in ihrer Kindheit liebte. Sarkeesian startete eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter mit der Frage: "Ist Ihnen je aufgefallen, dass sich praktisch alle weiblichen Charaktere in Videospielen mit einigen beachtlichen Ausnahmen, einer Handvoll Klischees und Stereotype zuordnen lassen?" Sie setzte ein Ziel von 6.000 Dollar und erreichte es in weniger als 24 Stunden. Nach zwei Wochen hatte sie die 22.000-Dollar-Marke überschritten, präsentierte ein Video auf Youtube mit einer Skizze des Projekts und erregte die Aufmerksamkeit der Hardcore-Spieler."

Hier "Damsel in Distress" Part 1:


Magazinrundschau vom 25.11.2014 - Bloomberg Businessweek

Ohne das geringste Gespür für das Unheimliche der Angelegenheit im Zeitalter der universalen Überwachbarkeit schildert Felix Gillette in der Businessweek den Weg der Menschheit in die Bargeldlosigkeit. Der Artikel ist trotzdem informativ. Eine Etappe auf dem Weg ist das Start Up Venmo, eine App, die wie ein soziales Netz aufgebaut ist und Überweisungen unter Freunden, aber zusehends auch in Geschäften erlaubt. Venmo gehört längst zu Braintree. Und Braintree gehört längst zu Paypal, also zu Ebay, das Paypal an die Börse bringen will. "Bill Ready, der Chef von Braintree und Venmo sagt, dass Venmo nur der erste Schritt sei, um die Konsumenten an mobile Zahlungen zu gewöhnen. Viel leichter als die Leute zu trainieren, ihre Geld per Swipe auf dem Handy vor Ladenkassen auszugeben. "Es ist ein guter Weg, damit Leute sich wohl fühlen, wenn sie das Handy benutzen um zu bezahlen. Sobald sie sich daran gewöhnt haben, können sie auch andere Wege ausprobieren. Dies ist der erste Sprung über den Graben."
Stichwörter: Bargeld, Soziale Netze, Venmo, Paypal

Magazinrundschau vom 30.09.2014 - Bloomberg Businessweek

Eigentlich hätten die amerikanischen Behörden gute Karten gehabt, um ein Mittel gegen die Ebola-Epidemie bereitzustellen. Mehrere Behörden und Militäreinrichtungen forschen daran, erzählen Brendan Greeley und Caroline Chen in einer gut dokumentierten Recherche. Schon seit den neunziger Jahren ist das Thema den Behörden bekannt, unter anderem, weil die Sowjetunion mit dem Erreger experimentierte. Gescheitert sind die Behörden an ihrem eigenen Bürokratismus und daran, dass sie nicht genug Mittel hatten, um die Zulassungsprozeduren für Medikamente durchzustehen, erläutern die Autoren und zitieren einen Experten: ""Für Epidemien wie Ebola gibt es keinen anderen Käufer als Regierungen", sagt Thomas Inglesby, Direktor des Center for Health Security an der Universität von Pittsburgh, der das Weiße Haus in Fragen der Biosicherheit berät. Normalerweise würde das Marktpotenzial ein neues Mittel vorantreiben. Aber bei seltenen tropischen Krankheiten "muss die Regierung diesen Prozess starten und abschließen, denn es gibt keine andere Käufer auf der Welt.""

Magazinrundschau vom 02.09.2014 - Bloomberg Businessweek

Hollywood, das einst vor allem Copyright-Klagen gegen Youtube-Videos anstrengte, investiert heute in großem Stil in die dort boomenden Kanäle und Networks, berichtet Felix Gillette in einer instruktiven Recherche. Einer des der größten Networks ist AwesomenessTV, das sich auf Videos für Jugendliche spezialisiert und ein Geschäftsmodell praktiziert, das auf die Brosamen von Google-Werbeeinnahmen nicht mehr angewiesen ist. Man fabriziert sponsored content, etwa die Serie "Summer with Cimorelli", die für die Fastfood-Kette Subway produziert wird. "Stars der Show sind die sechs singenden Cimorelli-Schwestern, eine A-Cappella-Band mit solider Teenie-Fan-Basis... Die Schwestern treffen sich für die Folgen in Subway-Restaurants. Und außerdem hat Subway während des Sommers traditionelle Werbespots mit den Schwestern produziert und im Fernsehen laufen lassen." AwesomenessTV ist kürzlich von DreamWorks gekauft worden.
Stichwörter: Copyright, Youtube, Solid

Magazinrundschau vom 26.08.2014 - Bloomberg Businessweek

Cam Simpson und Jesse Westbrook erzählen in einer nicht immer einfach zu lesenden Recherche, wie der Och-Ziff-Fonds, der größte börsennotierte Hedge Fonds der USA, einen Platinminendeal in Simbabwe finanzieren half und damit faktisch dem maroden Mugabe-Regime das Überleben sicherte. Zu Wort kommt unter anderem der ehemalige US-Botschafter in dem Land, der amerikanische Sanktionen gegen Mugabe duchzusetzen versuchte und Menschenrechtsverletzungen dokumentierte - unter anderem wurden Tausende Menschen im Rahmen des Projekte vertrieben. Gegen den Fonds werden jetzt juristische Untersuchungen angestrengt. Aber nicht für alle ist die Sache schlecht ausgegangen. Freuen kann sich etwa Michael Cohen, einer der Drahtzieher des Deals: "Am 18. März 2013 gab Och-Ziff bekannt, dass Cohen aus der Firma austritt. Bevor er ging, kaufte er sich noch einen englischen Landsitz außerhalb Londons im Wert von 22 Millionen Dollar."

Magazinrundschau vom 12.08.2014 - Bloomberg Businessweek

Politiker der Labour Party erweisen sich immer wieder als Freunde der arabischen Welt. So erinnert David Samuels in einem Artikel über die Schwierigkeiten des neuen libyschen Regimes, das faraminöse Vermögen des ehemaligen Diktators Gaddafi wiederzufinden, an folgende Begebenheit: "Nachdem der britischer Premier Tony Blair 2007 sein Amt verließ, heuerte er bei der Investmantbanking-Abteilung von JP Morgan Chase an und wurde ein häufiger Besucher Libyens. Nach Dokumenten der Nonprofit-Organisation Global Witness flog Blair, begleitet von britischen Polizisten in einem Bombardier Challenger 300 Jet, der von dem ältesten Gaddafi-Sohn gechartered worden war. In Tripoli wurde er zur Britischen Botschaft eskortiert und wie ein Staatsgast behandelt. Er wohnte in der Residenz des Botschafters und traf regelmäßig Gaddafis Sohn Seif, der die Aktivitäten der Libyan Investment Authority (LIA) mit ihren 70 Milliarden Dollar überwachte... Blair betonte, dass er nicht für Geschäfte nach Tripoli reise, aber der sorgfältig formulierte Wortlaut seiner Dementis widerspricht nicht der Behauptung eines im Sunday Telegraph vom 17. September 2011 zitierten Britischen Diplomaten, der Blairs Besuche als einen Werbeeinsatz für die Investmant Bank-Abteilung von JP Morgan Chase beschrieb."

Weiteres in der Business Week: Joel Stein verteidigt die arroganten Tech Fuzzies aus dem Silicon Valley, gegen die es in den letzten Monaten manche Polemik gab. Und Max Abelson und Katia Porzecanski porträtieren den skrupellosen Hedge-Fonds-Manager Paul Singer, der Argentinien in die Pleite trieb.

Magazinrundschau vom 30.05.2014 - Bloomberg Businessweek

Muss die Musikgeschichte umgeschrieben werden? Das vielleicht nicht, aber einige Songs von Led Zeppelin brauchen neue Credits, schreibt Vernon Silver in Bloomberg Businessweek. Das Intro von "Stairway to Heaven" etwa hat unüberhörbar Ähnlichkeit mit dem Anfang des drei Jahre früher komponierten Stücks "Taurus" der LA-Band Spirit. "Zeppelin-Biografien legen solche Übereinstimmungen zugunsten von Jimmy Page aus. Sie nennen ihn einen Verwandler. Mick Wall, Autor des Buchs "When Giants Walked the Earth: A Biography of Led Zeppelin", meinte, wenn Page von "Taurus" beeinflusst war, "dann tat er damit dasselbe wie jemand, der ein Stück Holz im Garten aufsammelt und daraus eine Kathedrale baut". Aber Songwriter, von denen Led Zeppelin sich haben inspirieren lassen, waren in den letzten Jahrzehnten öfter erfolgreich mit ihren Klagen. Seit ihrem Debütalbum 1969 hat die Band Credits und Tantiemen für einige ihrer größten Songs teilen müssen, darunter "Whole Lotta Love" und "Babe I"m Gonna Leave You". Eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung wegen "Dazed and Confused", ein grundlegender Song, der das Herzstück ihrer Live Shows war, wurde 2012 beigelegt. Das Internet hat den Vergleich durch Amateur-Plagiatsjäger einfacher werden lassen." Hier kann man die Intros von "Stairway to Heaven" und "Taurus" im Vergleich hören.

Die Titelgeschichte befasst sich mit dem schleichenden Niedergang von IBM. Und Joshua Brustein schreibt über Spotify, das 2012 nicht mehr ganz so viel Verlust machte wie 2011: "In der Streaming Musikindustrie ist das Fortschritt."