Google kann bekanntlich alles, weiß alles und schluckt alles. Jetzt
kann die Suchmaschine auch noch
hellsehen: "Hal Varian, ein Wirtschaftsprofessor in Berkeley, der zufällig auch noch der Chefökonom von Google ist, glaubt, dass aus Internet-Such-Statistiken gewonnene Daten dabei helfen können, bestimmte
ökonomische Entwicklungen vorherzusagen, bevor sie statistisch nachweisbar sind. In einem Artikel, den er mit seinem Google-Kollegen Hyunyoung Choi geschrieben hat, kommt er zum Schluss, dass die Fluktuationen in der Häufigkeit, mit der die Leute online nach bestimmten Worten oder Wendungen suchen, dabei sehr nützlich sind. Mit ihrer Hilfe lasse sich die Genauigkeit der ökonometrischen Modelle verbessern, mit denen sich zum Beispiel die Verkaufszahlen im Einzelhandel oder auf dem Immobilienmarkt voraussagen lassen. Die realen Zahlen auf diesen Gebieten haben immer Verspätung. Googles Suchdaten dagegen werden
täglich aktualisiert, so dass sie theoretisch Veränderungen im Konsumenten-Verhalten vor der Veröffentlichung offizieller Zahlen abbilden können."
Vorgestellt wird ein
Buch des ehemaligen irakischen post-saddamitischen Regierungsbeamten
Ali Allawi, in dem er die
"Krise der islamischen Zivilisation" beschreibt: "Ruhig und gründlich dekonstruiert Allawi die Idee eines Erstarkens des Islam. Die islamistischen Bewegungen und säkularen Regierungen haben zwar reichlich Lippenbekenntnisse zum Islam abgelegt, aber seien alle miteinander grandios gescheitert bei ihren Versuchen, sich auf
authentische islamische Prinzipien zu stützen - Prinzipien, die für Allawi mit innerer Spiritualität genausoviel zu tun haben wie mit äußerer Religiosität. Die Ergebnisse kann man überall sehen. Autokratische Regierungen verletzte Menschenrechte, im Iran, in Saudi-Arabien, im Sudan oder auch in säkularen Staaten wie Ägypten und Syrien. Die Wirtschaft ist
korrupt und dilettantisch, die angeblichen ethischen Prinzipien - wie ein islamisches Bankwesen - sind reine Fassade."
In weiteren Artikeln geht es um schlechte
Verkaufszahlen für
Nintendo, die das Unternehmen durch Erweiterung seines Sortiments zu kontern versucht und um das aufgeschobene, aber nicht aufgehobene
Internet-Zugangs-
Sperrgesetz in Frankreich. Die
Titelgeschichte, die dem zukünftigen Präsidenten Südafrikas
Jacob Zuma gewidmet ist, wird ergänzt durch die
Besprechung von gleich drei Sachbüchern zur jüngsten Geschichte des Landes. Besprochen wird außerdem unter anderem eine "meisterhafte"
Studie von
Richard A. Goldswaite über die
"Ökonomie der Renaissance in Florenz". Einen
Nachruf gibt es auf den Filmkomponisten
Maurice Jarre.