
Der polnische
Schriftsteller Andrzej Stasiuk versteht nicht, warum alle Angst vor dem
polnischen Klempner haben. Nur durch die Konfrontation des Überkommenen mit dem Neuen könne Europa Leben eingehaucht werden. Ein wenig wundert er sich dann aber schon über die
symbolische Erhöhung eines Berufsstands, der eigentlich nur im Kommunismus mächtig war. "Er nahm eine Anzahlung, man machte einen Termin aus, aber zum verabredeten Zeitpunkt erschien er nicht. Er kam, wann es ihm passte. Zum Beispiel nach einer Woche. Verdreckt, sich nach einer Dusche verzehrend, empfingen ihn die Bewohner trotzdem wie einen
Heiland. Sie boten ihm Kaffe an, Essen und Alkohol und huldigten ihm. Der Klempner aß, trank, hörte sich die Schmeicheleien an und machte sich dann in würdevoller Langsamkeit an die Arbeit. Er schraubte irgendwo herum, montierte etwas anderes ab, verursachte eine
verheerende Überschwemmung in der Küche oder im Bad, um dann plötzlich die Lust zu verlieren, er gab vor, ihm fehle ein Teil, dann verließ er den Ort des Geschehens und versprach, am nächsten Morgen wiederzukommen, um schließlich nach einer Woche nur dank einer weiteren Anzahlung wieder aufzutauchen."
Im Kulturteil
kündigt Andrea Visconti "Colorado Kid" (
mehr) an, den ersten Roman von
Stephen King, der ohne Horror auskommen soll und sich am Groschenroman der Fünfziger orientiert. Lorenzo Soria
verweist auf die derzeit recht aktive Schauspielerin
Natalie Portman. Und Moses Naim
hofft im internationalen Teil, dass sein Nachfolger an der Spitze der
Weltbank,
Paul Wolfowitz, aus der Institution keine amerikanische Filiale machen wird, sondern die Weltbank den Unilateralisten in einen
Internationalisten verwandelt.