
Im Interview mit
Himal skizziert die Juraprofessorin
Pratiksha Baxi von der Jawaharlal Nehru University in Neu Delhi die verzweifelte Lage von
vergewaltigten Frauen in Indien. Oft wird ihnen nicht geglaubt, sie werden obskuren Wahrheitstest unterzogen, psychologische Betreuung ist praktisch unbekannt - nicht mal Ersatzkleider bekommen sie gestellt, wenn sie auf der Polizei ihre Kleidung als Beweisstücke abgeben müssen.
Dalit-
Frauen sind besonders hart betroffen: In ihrem Buch "Public Secrets of Law" habe sie "versucht zu zeigen, dass die Benennung von Vergewaltigung als Gräueltat in jeder Phase des Strafprozesses auf
institutionalisierte Gegenreaktionen stößt", sagt Baxi. "Das Gesetz wurde erlassen, um die unerträgliche Duldung der Vergewaltigung von Dalit-Frauen und -Kindern, die in Praktiken der Unberührbarkeit begründet ist, abzuschaffen. Während meiner Feldforschung in Gujarat stellte ich jedoch fest, dass es eine Reihe von Strategien gibt, um zu vermeiden, dass eine Vergewaltigung als
Kastengrausamkeit benannt wird. Eine Strategie ist es, keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten oder eine Anzeige abzuschwächen. Medizinisch-juristische Beweise werden, wenn sie nicht vernichtet werden, nicht rechtzeitig oder nicht mit angemessener Sorgfalt gesammelt. Im gesellschaftlichen und juristischen Diskurs werden Dalit-Frauen routinemäßig beschuldigt und
als Lügnerinnen bezeichnet. Entschädigung wird nicht als Ersatz, sondern als Motiv zum Lügen gesehen. Wahrheitstechnologien wie die
Narkoanalyse, die keinen Beweiswert haben, wurden in den 1990er Jahren eingesetzt, um die Frauen von einer Aussage abzuhalten. Gerichte bestehen auf
Kastenzertifikaten, um zu beweisen, dass die Vergewaltigung aus Gründen der Kastenzugehörigkeit erfolgte. Obwohl das Gesetz zur Verhinderung von Gräueltaten in der Folgezeit geändert wurde, hat sich nicht viel geändert. Im Gegenteil, die Repressalien gegen Dalit-Frauen und -Kinder haben sich
verschärft."
Außerdem: Die Mehrheit der Myanmaren akzeptiert den
Militärputsch in ihrem Land nicht, erklärt im
Interview Nai Aue Mon, Direktor einer Menschenrechtsorganisation in Myanmar, der Protest ist nach wie vor groß. Aber auch die
internationale Gemeinschaft könnte helfen, so Mon: "In der gegenwärtigen Situation müssen sich alle Anstrengungen darauf konzentrieren, den
Geldfluss des Militärs abzuschneiden. Wir müssen ihre Geschäfte boykottieren und Firmen, mit denen sie geschäftlich zu tun haben, ermutigen, dasselbe zu tun. Wir brauchen
gezielte Sanktionen gegen sie und ihre Militärkonglomerate, einschließlich der Myanmar Economic Corporation (MEC) und der Myanmar Economic Holdings Limited (MEHL), bei denen der Großteil der Einnahmen dem Militär zugute kommt und nicht dem Volk von Myanmar. Wir fordern auch ein
weltweites Waffenembargo und den UN-Sicherheitsrat auf, sofort zu handeln und eine verstärkte Überwachungs- und
Interventionsmission nach Myanmar zu entsenden, um die Gewalt gegen friedliche Demonstranten zu stoppen und weitere Verluste an Menschenleben zu verhindern.