
Distanziert, aber doch irgendwie beeindruckt
blickt Noam Schreiber auf
Obamas Truppe, die sich durch Eigenwilligkeit auszeichnet. Da ist der künftige Bürochef
Rahm Emanuel, "einer der
unberechenbarsten und gottlosesten Menschen", die je im Kongress saßen. Da ist der "berühmt
undisziplinierte" Vizepräsident
Joe Biden. Da sind Obamas Wahlkampfmanager
David Axelrod und
David Plouffe, beide bekannt dafür, sich bei Bedarf "
sehr klar" ausdrücken zu können. Für Noam Schreiber zeigt das "eine Seite von Obama, die oft übersehen wird: Er mag seine Vertrauten eigenwillig und direkt. Dank seiner Sensibilität eines Autors betrachtet er solche Menschen mit anthropologischer Neugierde. Soll niemand vergessen, dass er als seinen Pastor
Jeremiah Wright gewählt hat, einen Mann, der was
dramatisches Flair angeht Laurence Olivier das Wasser reichen kann. Einer der vertrautesten Helfer dieser Tage ist der deftige Südstaatler
Robert Gibbs ... Gibbs ist bekannt für seine
Unverblümheit gegenüber seinem Boss. Eines Tages, zu Beginn von Obamas Amtszeit im Senat, kam Obama zu Gibbs und fragte ihn, wer der Präsident Tansanias sei. 'Wen zur Hölle interessiert das', gab Gibbs laut dem Obama-Biografen David Mendell zurück. Obama fing an zu lachen."
Adam Kirsch
nimmt Slavoj Zizek auseinander. Das ganze Gerede über Gewalt sei nicht so gemeint? Quatsch. Alles nur Ironie? Doppelquatsch. Zizek ist so links, dass er inzwischen bei den
Faschisten angekommen ist, meint Kirsch. Den slowenischen Philosophen schert das einen feuchten Kehricht. Kirsch zitiert ihn (
pdf, Seite 29): "Um klar und brutal zum Ende zu kommen, es gibt eine Lektion, die man aus
Hermann Görings Antwort in den frühen Vierzigern lernen muss, als er von einem fanatischen Nazi gefragt wurde, warum er einen bekannten Juden vor der Deportation bewahrt habe: 'In dieser Stadt entscheide ich, wer ein Jude ist!' ... In dieser Stadt entscheiden wir, was links ist. Lasst uns also die liberalen Klagen über 'Widersprüchlichkeit' einfach ignorieren."