
Das
Magazin der
New York Times bringt einen
Vorabdruck aus
Ishmael Beahs Erfahrungsbericht "A Long Way Gone: Memoirs of a Boy Soldier," der demnächst als Buch erscheint; grausige Eindrücke aus dem Bürgerkrieg in
Sierra Leone: "Josiah, mit elf Jahren etwas jünger als ich, lag neben mir, seine Augen auf das unsichtbare Ziel im Sumpf gerichtet ... Ich hörte, wie Josiah nach seiner Mutter schrie. Noch nie hatte ich eine so durchdringende Stimme gehört ... Eine Raketengranate hatte seinen kleinen Körper in die Luft gerissen und auf einen Baumstumpf geschleudert. Seine Beine zuckten und sein
Schrei verstummte ... Manchmal mussten wir raus, während wir einen Film ansahen. Wir töteten viele Menschen und dann schauten wir den Film weiter, als kämen wir nach der Werbepause zurück."
Außerdem: Jim Holt
stellt mit leuchtenden Augen den neuen
Teilchenbeschleuniger des
Cern vor, neben dem die Alpen "fast ein wenig schlampig" aussehen. James Traub
porträtiert den Vorsitzenden der jüdischen Anti-Defamation League,
Abraham Foxman, der die Vorstellung von einer angeblich allmächtigen "
Israel Lobby" bekämpft. Deborah Solomon
plaudert mit dem
Lyriker John Ashbery über amerikanische Selbstverliebtheit und postum veröffentlichte Texte.
In der
Book Review der New York Times
liest sich Daniel Handler durch einen Haufen "sinnloser"
Benimmliteratur für Kinder. Robert Pinsky
findet Barbara Ehrenreichs Geschichte der kollektiven Ekstase,
"Dancing in the Streets", nicht uninteressant, allein: "Dieser Pop-Anthropologie fehlt es an Pep." Maggie Galehouse
schätzt Isabel Allendes historischen Roman "Ines of My Soul" (
Auszug) für sein Zeitkolorit. Und Liesl Schillinger
vermisst in
Martin Amis' Gulag-Roman "House of Meetings" ein Gegengewicht zu den düsteren Erinnerungen eines Rotarmisten.