Ian Buruma
bespricht Ayaan Hirsi Alis Autobiografie Lebensgeschichte
"Mein Leben, meine Freiheit". Ihre Islamkritik findet er ja wichtig, ihre Perspektive auf den Westen jedoch zu idealistisch: "Eine Karikatur an Freude und Sonnenschein, der Hirsi Ali nicht einzelne Orte, wie Somalia oder Saudi Arabien, gegenüberstellt, sondern die ganze muslimische Welt. Daher auch ihre Wut, wenn die Bewohner dieses Paradieses ihr Glück nicht zu schützen wissen. Europäer, die mehr Respekt für den Islam fordern, sind mindestens 'dumm'. Hirsi Alis heilige Mission ist es, 'solche Leute zur Besinnung' zu bringen und uns zu überzeugen, dass den Anschlägen vom 11. September 'der Kern des Islam' zugrunde liegt." Buruma findet, diese Einstellung biete "nicht die beste Perspektive" für ein Zusammenleben mit den Muslimen in Europa.
Ben Schott
verteidigt sein persönliches Recht auf
Büchermisshandlung. Solange es sich nicht um blinde Zerstörungswut handelt, meint er, steckt dahinter meist ein um so größerer Bibliophiler: "
Eselsohr oben markiert den aktuellen Seitenstand, Eselsohr unten eine Seite, auf die sich zurückzukommen lohnt; die Spitze der Faltung zeigt auf den entsprechenden Abschnitt ... Menschen, die stets ein Lesezeichen zur Hand haben, waren mir schon immer verdächtig."
Ferner: Russel Banks
hält Milan Kunderas Abhandlungen über den Roman (
Auszug "The Curtain") für einen eleganten Mix aus Analyse und Anekdotischem. Und Edmund White gibt
jungen Homosexuellen den
seltsamen Rat, die "Notizbücher" von Tennessee Williams zu lesen, um die Bedeutung der Liberalisierung zu verstehen.

Das
New York Times Magazine fragt:
Warum glauben wir? Es
antwortet Robin Marantz Henig, die erst einmal die aktuellen Diskussionen um polemische Atheisten wie den Evolutionstheoretiker Richard Dawkins vorstellt. Die eigentlich interessante Frage, findet sie, ist aber eine andere: "Im Lärm um die
Neo-Atheisten droht eine ruhiger geführte und potenziell erhellendere Debatte unterzugehen. Sie findet nicht zwischen Wissenschaft und Religion, sondern innerhalb der Wissenschaft selbst statt, genauer gesagt, zwischen Wissenschaftlern, die sich aus Perspektive der Evolutionsgeschichte mit der Religion befassen. Diese Forscher sind sich tendenziell in einem Punkt einig: dass der Glaube ein
Ergebnis der Hirnarchitektur ist, die sich in der Frühzeit der Menschheitsgeschihte entwickelte. Worüber sie streiten ist die Frage, warum sich diese Tendenz zum Glauben entwickelte - ob es daran lag, dass der Glaube selbst von
adaptivem Nutzen war oder einfach ein
Nebenprodukt der Evolution, eine bloße Folge einer anderen Anpassung in der Evolution des menschlichen Hirns."
Weitere Artikel: Alexandra Jacobs
schreibt über ein neues Genre auf dem Zeitschriftenmarkt: Die
Universitäts-Sex-Zeitschrift. Darcy Frey
versucht zu erklären, warum "Arcade Fire" eine so großartige Indie-Band sind.