Es ist 2018, fünfzig Jahre nach 1968. Anlass für
FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube, recht lustlos auf den Forderungskatalog von damals zu blicken: "Auf die Frage, was sie gern ändern würden, hätten die Studentensprecher damals sagen können:
das Ganze. Überall wurde Unterdrückung beobachtet, überall der Befreiung bedürftige Menschen. Weit über Wohngemeinschaften und die Lockerung sexueller Verhaltensnormen hinaus gab es die Erwartung,
schlechterdings alles müsse und könne 'ausdiskutiert', anschließend demokratisiert und neu verteilt werden."
Vielleicht hätten sie
mehr Marx lesen sollen. Marx-Biograf
Jürgen Neffe sagt im Gespräch mit Michael Hesse in der
Berliner Zeitung: "Was in seinen berühmten Hexenmeister-Zitaten zum Ausdruck kommt, dass die Menschheit etwas geschaffen hat, dass sie nicht beherrscht, sondern das
über sie herrscht. Das ist heute für uns auch noch wahr. Daraus leite ich den Auftrag ab,
das System besser verstehen zu wollen, um darüber die Kontrolle wieder erlangen zu können. Marx hat einen Anfang gemacht. Ihm schwebt vor, dass nur ein bewusstes Kollektiv das leisten kann."

Auch Dietmar Dath rät in der
FAZ,
Marx zu lesen, dessen großartige Einsichten noch der heutigen SPD zu denken geben sollten. Warum genau die
FAZ, die mit Daths Text eine Serie startet, Marx auf dem Titel mit
Donald-Schnabel darstellt, können wohl nur die dort angestellten Donaldisten erklären.