Die Schwierigkeiten der
Buchbranche werden nicht verschwinden, wenn sie nicht ein Verhältnis zur
Digitalisierung findet,
meint Konstantin Nowotny im
Freitag. Als Zeugen führt er den Netzjournalisten
Lars Sobiraj an, der sich in seinem
Blog Tarnkappe.info mit der Thematik befasst: "Sobiraj meint, erschwingliche, hochwertige und legale Angebote wären die einzige effektive Maßnahme gegen den illegalen Markt. In der Musik- und Filmbranche zeichnet sich ab, dass er recht haben könnte. Der Bundesverband Musikindustrie gab für das Jahr 2017 an, dass knapp die Hälfte aller Umsätze mittlerweile mit
digitalen Produkten erzielt wird, ein Drittel allein mit dem Streaming. In der Fernsehbranche verlaufen die Entwicklungen ähnlich."
Endlich mal eine erfreuliche Nachricht: Die Stimmung unter den
österreichischen Buchhändlern ist gut,
berichtet Michael Wurmitzer im
Standard. Sie sehen den Einbruch der Umsatzzahlen geradezu positiv - bei anderen. Für die Wiener Buchhändlerin Ulla Harms "geht es darum, 'einen anderen Zugang zum Produkt Buch zu finden'. Gerade Krisen wie beim
Aufkommen des E-Books hätten positive Impulse auf die Branche ausgeübt, meint Harms. Manche Verlage hätten sich nach Jahren von billiger Überproduktion plötzlich wieder um
wertiges Papier und schöne Umschläge bemüht. Eine Chance in der aktuellen Situation sieht auch Stefan Mödritscher vom Familienunternehmen Morawa. Der Umsatz von 50 Millionen ging zuletzt um zwei Prozent zurück, besorgt klingt Mödritscher aber nicht. Die Menschen hätten Sehnsucht nach Geschichten, sagt er. Was die Branche aber nicht brauche, sei '
more of the same'."