Erstaunlich still ist der Regierende Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidat im Berliner Wahlkampf
Michael Müller, wenn es um
Kultur geht. Dabei ist das ein so zentraler Bereich für die Stadt,
schreibt Rolf Lautenschläger in der
taz, der fürchtet, dass Müller und sein Kulturstaatssekretär
Tim Renner lieber Hinterzimmerpolitik machen: "Am Beispiel Volksbühne lässt sich nachzeichnen, was beide eigentlich mit der Berliner Kultur im Sinn haben. Chris Dercon, Chef der Londoner Tate Modern, soll aus dem Noch-Castorf-Haus ein mehrspartiges, internationales
Bühnen-Kunst-Event-Produkt mit Theater, Tanz, Musik, Performances machen - einen 'Eventschuppen', wie Claus Peymann polterte. Ähnliches hat
Paul Spies, neuer Intendant für den Berlin-Teil im Humboldt-Forum, für den Ausstellungssektor dort vor. Und das BE führt ab 2017
Oliver Reese, bekannt für publikumswirksame Produktionen."
Hätten die Briten gewusst, dass sie eine Chance gehabt hätten,
Martin Roth als Chef des Victoria and Albert-Museums zu behalten - sie hätten gewiss nicht für den Brexit gestimmt. Zu seinen Beweggründen sagt er nun erstmals exklusiv dem herbeigeeilten
SZ-Reporter Alexander Menden: "Es ist eher eine Gemengelage. Aber wenn das Referendum anders ausgegangen wäre, wenn es ein
überwältigendes Bekenntnis zu Europa geworden wäre, wage ich zu behaupten: Ich wäre
mindestens noch ein Jahr geblieben. Nach der Brexit-Entscheidung dachte ich, das kann alles nicht wahr sein, das geht so gegen meine Art, zu denken."