Deutsche Journalisten und Zeitungen müssten eigentlich lauthals protestieren,
schreibt Patrick Beuth in
Spiegel online, denn ein Gesetzentwurf des Innenministeriums weicht den
Informantenschutz für Journalisten auf, die Behörden könnten Journalisten heimlich überwachen: "Würde der Entwurf umgesetzt, wäre es dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in seltenen Fällen erlaubt, die Server, Computer und Smartphones von Verlagen, Sendern, Redakteuren und freien Journalisten
heimlich zu hacken und zu durchsuchen. Ein
richterlicher Beschluss wäre dazu nicht nötig, das BfV müsste stattdessen abwägen, ob sein Interesse schwerer wiegt als das Redaktionsgeheimnis. Kontrolliert würde das einzig von der alle paar Wochen geheimtagenden G-10-Kommission."
Veröffentlicht hatte den Entwurf zunächst
Netzpolitik. Die Reporter ohne Grenzen haben zuerst auf das Problem
aufmerksam gemacht.
Mit
Marie Sophie Hingst haben wir einen Relotius in Gestalt eines Wilkomirski. Die Historikerin, Bloggerin und Journalistin hat sich eine
jüdische Biografie erfunden. Martin Doerry hat die Geschichte für den
Spiegel recherchiert (
mehr bei
Spiegel online), Jens Twiehaus
resümiert bei
turi2:"Demnach erfand Hingst
mehrere Familienmitglieder, die in Auschwitz getötet worden seien oder das KZ überlebten. Tatsächlich stammt Hingst aus einer
evangelischen Familie. Ihr Drang zum Geschichten-Erfinden sei so weit gegangen, dass sie Dokumente zu erfundenen Familienmitgliedern bei der Holocaust-Gedenkstätte
Yad Vashem einreichte, berichtet der
Spiegel." Hingst schreibt auch für
Zeit online und
Deutschlandfunk Nova, alle Links bei
turi2. Ihr Blog
Read on My Dear, Read on ist inzwischen abgeschaltet, über Google Cache kann man noch
einen Eindruck gewinnen.
(Via
golem.de)
Lorenz Wolf, Vorsitzender des
BR-Rundfunkrats, hat das Patent-Argument für
Erhöhungen der Rundfunkgebühren gefunden. Entweder mehr Gebühren, oder
mehr AfD,
schreibt er in der
Augsburger Allgemeinen: "Solange öffentlich-rechtlicher Rundfunk das erfüllen kann, wozu er geschaffen wurde, verfängt
populistische Logik nur schwer. Wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus welchen Gründen auch immer schwächt, stärkt populistische Argumentationsmuster."
Mathias Döpfner hat den
Finanzinvestor KKR gewonnen, der alle
Aktien aufkaufen soll, die nicht den Großaktionären um die Springer-Familie gehören, berichtet unter anderem Caspar Busse in der
SZ. Das Unternehmen soll dann von der Börse genommen werden. Alle
journalistischen Absicherungen des Hauses sollen dabei bestehen bleiben, beteure man. Aber "KKR könnte den Druck auf eine Verbesserung der Rendite erhöhen.
Weitere Sparmaßnahmen wären die Folge. Axel Springer kommt derzeit mit 16.350 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Während dem Vorstand unter Döpfner die strategische Weiterentwicklung der Firma am Herzen liegen dürfte, hat KKR wohl eher den späteren gewinnträchtigen Ausstieg im Auge."