Der
WDR war neulich nach einer Gesprächssendung unter dem Titel "
Die letzte Instanz", wo mehrere weiße Männer forsch über die Frage schwadronierten, ob man noch "Zigeuenerschnitzel" sagen darf, ziemlich in die Kritik geraten. Nun organisierte der Sender gestern eine neue Gesprächsrunde zum Thema Rassismus (Videos
hier und
hier), aber mehrere Gesprächspartnerinnen hatte
abgesagt,
berichtete Stefan Niggemeier gestern bei den
Uebermedien: "Sie trauen der Sendung nicht zu,
systemischen Rassismus ernsthaft zum Thema zu machen, fühlen sich als
Token - also als Alibi-Vertreterinnen - missbraucht und sehen sich teilweise von der Redaktion über den geplanten Ablauf getäuscht." Zu den Gästen, die absagten, gehörte
Perla Londole von der Black Community Foundation, die sich über eine unklare Planung des Senders beklagt: "Sie habe dann ein unwohles Gefühl gehabt: 'Das wird
eher eine Debatte, anstatt den Betroffenen zuzuhören.' Der Ablauf erschien ihr fragwürdig."
Arno Frank
bespricht die Sendung heute früh bei
Spiegel online: "Für dieses defensive Manöver der Demut brauchte das öffentlich-rechtliche Dickschiff volle zwei Monate." Die Anspannung war dann spürbar: "'Die letzte Instanz', ohne die es diesen Themenabend wohl nicht gegeben hätte, wird
wie toxisches Material behandelt: 'Normalerweise würden wir ihnen jetzt die schlimmsten Ausschnitte aus dieser Sendung zeigen', erklärt Nassif: 'Aber wir haben uns dagegen entschieden'. Sie wollen wirklich
alles,
alles richtig machen." In der
FAZ berichtet Michael Hanfeld.
Anna Schneider
nimmt bei der
NZZ die "
Neuen Deutschen Medienmacher" unter die Lupe, einen Verein, der Medien mehr Achtsamkeit in Fragen der
Diversity beibringen will und betont, nicht selbst journalistisch tätig zu sein. Der Verein organisiert vor allem
Projekte, um für seine Ideen zu werben. 2019 beliefen sich die Fördermittel aus privaten und öffentlichen Töpfen auf 1,5 Millionen Euro: "2020 nahm der Verein weitere Projekte auf, die öffentlichen wie privaten Fördermittel beliefen sich in diesem Jahr auf insgesamt 1.892.800 Euro. Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Preisgelder lagen 2019 bei 32.000 und 2020 bei 43.000 Euro."