Simone Schmollack
stellt in der
taz die offizielle Studie zum sexuellen Missbrauch in der
Katholischen Kirche vor, die eigentlich von dem Kriminologen
Christian Pfeiffer hätte durchgeführt werden sollen. Aber Pfeiffer hatte sich wegen "Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche" zurückgezogen: "Die Kirche ihrerseits argumentierte mit Datenschutz und einem 'Generalverdacht' gegen alle Priester, würden die Akten breit geöffnet. Auch damals schon war von vernichteten und zurückgehaltenen Akten die Rede. Dass Pfeiffer die aktuelle DHG-Studie kritisiert, verwundert demzufolge nicht. Es habe nicht die 'große Befragung aller erreichbaren Betroffenen gegeben, die eigentlich stattfinden müsste', sagte der Kriminologe. Er nannte es '
organisierte Verantwortungslosigkeit', dass man nicht wisse 'wer die Verantwortlichen sind'."
Christiane Florin
sagt in einem Kommentar über die
Pressekonferenz der Bischöfe, in der die Studie vorgestellt wurde: "Die Strukturdebatten sind wichtig, könnten aber davon ablenken, was den Betroffenen wichtig ist: die Klärung
persönlicher Verantwortung. Auf meine Frage, ob unter den mehr als 60 anwesenden Bischöfen einer oder zwei sagen: Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen, ich kann
mein Amt nicht mehr wahrnehmen, gab es eine sehr kurze Antwort des ansonsten beredten Vorsitzenden. Er sagte '
Nein'."
Wer über die Weigerung der Bischöfe, persönliche Verantwortung zu benennen, empört ist, "kann
Liebesentzug durch Geldentzug üben", rät Christian Geyer in der
FAZ: "So jemand kann die Zahlung der
Kirchensteuer einstellen, kann sich dabei auf sein Gewissen berufen, sofern es an ihm nagt, weil die Kirchensteuer nun ja für alle erkennbar mittelbar den sexuellen Missbrauch unterstützt."