In
Polen haben gestern 267 Abgeordnete für ein neues
Abreibungsgesetz gestimmt, 154 waren dagegen, elf enthielten sich,
meldet der
Standard mit Agenturen: "Das Gesetz sieht ein
komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sowie
Haftstrafen für ÄrztInnen und Frauen vor. Die drohende Rechtsverschärfung führte zu Protesten, Frauen würden dadurch entmündigt, kritisieren GegnerInnen. In sozialen Medien wird unter dem Hashtag
#czarnyprotest (schwarzer Protest) gegen die Entrechtung der Frauen protestiert. Als Zeichen der Solidarität tragen AktivistInnen
schwarze Kleidung." Auch die
SZ berichtet nur mit Agenturen: "Sollte der Vorschlag in geltendes Recht umgesetzt werden, droht Frauen und Ärzten, die gegen das Abtreibungsverbot verstoßen, eine
mehrjährige Haftstrafe."
Überall protestieren
iranische Frauen gegen eine Fatwa des iranischen Religionsführers
Ali Khamenei, die Frauen das
Fahrradfahren verbietet, und posten ihre Fotos und Videos in den sozialen Medien unter dem Hashtag:
#IranianWomenLoveCycling. Die
New York Times stellt einige Fotos zusammen. Bei
stern.de fragt Marc Drewello, wie repressiv die Polizei die Maßnahme durchsetzen will. Khamenei, der eigentliche Machthaber im Land, meint es jedenfalls ernst: "Geht man nach einer
Erklärung zur Familienpolitik, die der Ayatollah Anfang September auf seiner Internetseite veröffentlichte, muss man mit
harten Zeiten für Irans Radfahrerinnen rechnen. Die einzige Rolle die Khamenei den Frauen im Land darin zukommen lässt, ist die der
Mutter und Hausfrau - und wer nicht arbeiten geht, braucht auch kein Fahrrad zum Pendeln."
Wir Deutsche sollten mal über das Verhältnis von
Staat und Kirchen nachdenken, meint Perlentaucher Thierry Chervel in einem kleinen Essay für die
Welt. Eine wirkliche Trennung von Staat und Kirche gibt es nicht. "In Deutschland sind weniger Menschen denn je gläubig, aber der Einfluss der Kirchen scheint
stetig zu wachsen. Das Thema
Sterbehilfe zeigt, dass die Kirchen, die sich gern eine Wächterfunktion zuschreiben, auch das Leben und Sterben derer mitbestimmen, die ihnen nicht angehören. Die Bevölkerung wollte keine Neufassung des Paragrafen 217, aber in den Eliten ist die Zugehörigkeit zu einer Kirche Ehrensache. Es ist politisch nützlich, mit seiner Zeit als Ministrant zu kokettieren. Die Minister der jetzigen Bundesregierung
glauben zu hundert Prozent an Gott. Keiner, auch kein SPD-Minister, verzichtete bei der Vereidigung auf den Gottesbezug."