Henryk Broder
führt mit seiner Kollegin Eva Marie Kogel, einer Islamwissenschaftlerin, über drei Seiten in der
Welt ein Streitgespräch über die Frage "was das alles
mit dem Islam zu tun hat" und zieht dabei einen einfachen Vergleich: "Wenn jemand mit einer Axt auf Reisende in einem Zug losgeht und dabei '
Sieg Heil!' und 'Heil Hitler!' ruft, dann würden wir bestimmt nicht fragen, ob und wann er der NSDAP beigetreten ist. Es würde reichen, dass er 'Sieg Heil!' und 'Heil Hitler!' ruft, um ihn als Nazi zu identifizieren." Worauf
Kogel antwortet: "Verstehe. Aber wenn Sie zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen, dann wird der Ihnen ja auch erklären, dass es unterschiedliche Formen von Asthma gibt. Und nur eine
sehr extreme Ausprägung von Asthma dürfte einen ins Grab bringen."
In seinem Blog brachte der irakische Satiriker
Faisal Saeed al-Mutar das ganze Dilemma dieses Streits wunderbar auf den Punkt mit
seiner Klage: "I am a jihadist and I am tired of not being given credit."
Ein Kongress zum Thema "
Islamophobie in Europa" in Sarajewo wäre vielleicht nicht weiter der Rede wert, wenn dort nicht hochprominente elder statesmen wie die ehemaligen Außenminister von Großbritannien und Frankreich,
Jack Straw und
Bernard Kouchner, sowie der ehemaligen spanische Ministerpräsident
Jose Luis Zapatero teilgenommen hätten. Organisiert wurde er allerdings von Organisationen, die der Muslimbruderschaft nahestehen,
haben Nina Scholz und Heiko Heinisch bei den
Kolumnisten herausgefunden, die die alte Problematik des Begriffs "Islamophobie" auch noch mal erläutern: "Die Schwäche der Diagnose 'Islamophobie' zeigt sich darin, den Unterschied zwischen
Islamkritik und
Muslimfeindschaft nicht wahrzunehmen oder als unerheblich zu betrachten, und damit zu einer Polarisierung in 'Islamfeinde' und 'Islamfreunde' beizutragen. Der Terminus differenziert nicht zwischen Ressentiment beladener Hetze gegenüber Muslimen und der Aufklärung verpflichteter, Kritik an der Religion, sondern wird umstandslos dazu genutzt,
Kritik abzuwehren. "