Vor einiger Zeit hat der Berliner Theologe
Notger Slenczka heftige Kritik ausgelöst mit seinem Vorschlag, das
Alte Testament aus dem christlichen Kanon zu streichen. Eins seiner Argumente ist, "dass das Textkorpus des Alten Testaments zunächst und vor allem
dem Judentum gehöre - und dass die christliche Kirche mit der Beanspruchung der alttestamentlichen Schriften Gefahr laufe, das Judentum zu enteignen",
erklärt Jan-Heiner Tück in der
NZZ, der Slenczkas Thesen durchaus debattierwürdig findet, auch wenn er nicht mit ihnen übereinstimmt. "Das Projekt einer Rehabilitierung der altkirchlichen Bibel-Hermeneutik hätte daher die Frage zu klären, wie die Verbindung zwischen alttestamentlicher Verheißung und neutestamentlicher Erfüllung theologisch fruchtbar gemacht werden kann, ohne in antijudaistisches Fahrwasser zu geraten. ... Würde man das Alte Testament aus dem Kanon streichen, liefe das nicht nur auf eine "Entjudaisierung", sondern auch auf eine
Entwurzelung des Christentums hinaus. Eine solche Amputation aber kann niemand wollen."
Kenan Malik
berichtet in seinem Blog über ein Treffen mit dem Imam Sher Azam, der 1989 einer der aktivsten
Rushdie-Gegner war und bis heute an seinen Meinungen festhält. Malik staunt über Azams Argumentation, die einerseits freies Rederecht für muslimische Geistliche fordert, die
Homosexualität als Sünde verurteilen, und andererseits im Namen beleidigter Religion verlangt, dass Rushdie sein Buch zurückzieht.